München."VW und BMW stemmten sich am erfolgreichsten gegen die Krise" – zu diesem Schluss kommt die Münchner Unternehmensberatung Progenium, die die die wichtigsten Kennzahlen der Autokonzerne (Umsatz, Absatz, Mitarbeiterzahl und Gewinn) der neun weltweit führenden Autobauer im Krisenjahr 2009 analysierte. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Performance der einzelnen Autobauer ist extrem unterschiedlich. Es sei kein Wunder, dass VW und BMW jetzt vom Aufschwung stark profitierten, so Progenium-Chef Michael Mandat. Hier setze sich der Trend vom vergangenen Jahr fort. Diese beiden Unternehmen hätten die wesentlichen Maßnahmen zur Umstrukturierung umgesetzt und das richtige Maß zwischen Kostenbewusstsein und Investitionsbereitschaft gefunden, so Mandat.
Volkswagen konnte in 2009 die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge mit rund 6,3 Millionen Einheiten als einziger Hersteller um ein Prozent steigern, der Umsatzrückgang um acht Prozent auf 105 Milliarden Euro hielt sich in Grenzen. Die Zahl der Mitarbeiter blieb in etwa stabil. Mit 1,18 Milliarden Euro operativem Ergebnis erzielte weltweit kein anderer Autohersteller mehr Gewinn als VW, so Mandat. Im Vergleich zum Gesamtmarkt schnitt auch BMW relativ gesehen gut ab. Die Münchner verloren beim Umsatz nur fünf Prozent und kamen auf 51 Milliarden Euro, lieferten dabei allerdings zehn Prozent weniger Autos aus, bauten vier Prozent der Arbeitsplätze ab und konnten mit 210 Millionen Euro zumindest einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaften.
Erst der Blick auf die Konkurrenz belege, wie gut VW und BMW 2009 abschneiden konnten, zitiert Progenium Ergebnisse der Analyse. Schon Daimler bekam die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise mit voller Wucht zu spüren. Die Stuttgarter erwirtschafteten 23 Prozent weniger Umsatz, verloren 14 Prozent ihrer Mitarbeiter und schlossen mit einem EBIT von minus 1,3 Milliarden Euro tief rot ab, nachdem 2008 noch ein EBIT von 4,9 Milliarden Euro zu Buche stand. Autoexperte Mandat: "Daimler war 2009 im Dreigestirn der deutschen Autohersteller eindeutig der relative Verlierer."