Führende Juristen, Kontrolleure und Motorenentwickler bei VW sollen den Vorstand um den damaligen Chef Martin Winterkorn schon vor Bekanntwerden des Abgas-Skandals gewarnt haben, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Dokumente, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig bei ihren Ermittlungen entdeckt hat.
Sollten sich dieser Verdacht erhärten, wäre die bisherige Verteidigung des VW-Konzerns hinfällig. Das Unternehmen behauptet, die Manipulationen seien das Werk einiger weniger Ingenieure gewesen und der Vorstand habe erst Mitte September 2015 davon erfahren. Sollte sich nun herausstellen, dass die Führungsspitze vorher Bescheid wusste und die Öffentlichkeit nicht informiert hat, würden die Chance der Anleger auf Schadenersatz deutlich steigen, denn dann hätte VW seine Pflichten verletzt. Der Skandal würde damit nochmals teurer für den Konzern.