München. In der "Fabrik 4.0" will Volkswagen die Stärken von Robotern und Menschen kombinieren. Der Roboter soll seine Kraft, Ausdauer und Präzision einbringen, der Mensch Kreativität und Problemlösungskompetenz. Aber "bisher müssen Arbeitsschritte oder Arbeitsräume von Mensch und Roboter getrennt werden. Eine echte Zusammenarbeit ist das nicht", erläutert Wolfgang Hackenberg, Leiter des Smart Production Lab von Volkswagen.
In Halle 55 des Wolfsburger Werks demonstrieren VW-Ingenieur Hackenberg und sein Kollege Johannes Teiwes, was sie den Robotern bereits beigebracht haben. Drei mal zwei Meter misst der dafür eingerichtete Arbeitsbereich. Zwei Roboterarme greifen sich Getriebewellen und Kupplungsringe, montieren sie – soweit, so normal.
Doch dieser Roboter kann mehr, er nimmt Rücksicht, er erkennt, was der Mensch von ihm will: Hackenberg nähert sich dem Roboter. Sofort reduziert die Maschine ihr Arbeitstempo, ihre Arme weichen aus und versuchen zugleich weiterzuarbeiten. "Der Roboter erkennt, dass ich mich ihm nähere, er nimmt Rücksicht auf mich", sagt Hackenberg. "Das ist die Voraussetzung für intelligente Mensch-Roboter-Kooperation" und damit für eine völlig neue Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.