Der schwedische Autobauer hat Vorwürfe der Deutsche Umwelthilfe zurückgewiesen. Der Verein ist der Ansicht, Volvo nutze illegale Abschalteinrichtungen. Bei Tests hatte die Deutsche Umwelthilfe herausgefunden, dass ein Volvo XC 60 2.0 D3 bei kalten Temperaturen erheblich mehr Schadstoffe ausstößt als zulässig. Ein Sensor im Außenspiegel des Fahrzeugs misst die Außentemperatur. Je niedriger diese ist, desto weiter reduziert Volvo die Abgasreinigung.
Der Hersteller bestreitet das nicht und beruft sich auf eine Ausnahmeregelung zum Schutz des Motors und anderer Bauteile. Es handle sich nicht um eine illegale Abschalteinrichtung, sondern um eine "übliche Maßnahme bei allen Verbrennungsmotoren". In der Tat nutzen auch andere Hersteller diese sogenannten "Thermofenster"; um die Abgasreinigung bei kalten Tagen zu reduzieren. Das Gesetz sieht dies auch ausdrücklich vor, um zum Beispiel Schäden durch Eisbildung im Motorraum zu verhindern.
Strittig ist allerdings schon seit Langem, ab wann dies technisch nötig ist. Im Gesetz ist keine Temperatur festgelegt, so dass die Hersteller dabei relativ freie Hand haben. In Kürze soll jedoch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für mehr Klarheit sorgen.
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