Washington. Die US-Behörden erwägen nach dem Toyota-Debakel mit Gas- und Bremspedalen den Einbau von Fahrdatenspeichern in Neuwagen vorzuschreiben.
Die Geräte, die in der Luftfahrt als so genannte Blackboxes schon lange Standard sind, sollten unter anderem Geschwindigkeit und Bremsversuche erfassen, sagte der Chef der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, David Strickland, am Donnerstag bei einer Anhörung vor einem Kongressausschuss.
Die Behörde zieht auch in Betracht, bestimmte Bremstechnologien für Neuwagen vorzuschreiben. Konkret geht es dabei vor allem um so genannte "brake override systems." Damit soll sichergestellt werden, dass der Motor in den Leerlauf schaltet, wenn die Bremsen betätigt werden. "Wenn unsere Untersuchungen ergeben, dass diese Maßnahme wesentlich dazu beitragen könnte, die gefährlichsten Formen ungewollter Beschleunigung zu vermeiden oder zu verringern, dann werden wir sehr deutlich in Erwägung ziehen, eine gesetzliche Vorgabe über die Einführung solcher Systeme zu fordern," sagte Behördenchef Strickland vor dem Kongressausschuss. Dass diese Technik in Neuwagen Vorschrift werden könnte, hatte jüngst bereits Verkehrsminister Ray LaHood angedeutet.
Die NHTSA prüft außerdem, ob es Vorgaben für Gaspedale geben muss, um ein Verklemmen zu verhindern.
Toyota hat seit Oktober weltweit mehr als 8,5 Millionen Fahrzeuge wegen ungewollter Beschleunigung in die Werkstätten beordert. Die US-Behörden prüfen derzeit Dutzende Unfälle, bei denen derartige Probleme eine Rolle gespielt haben sollen.