Paris. Toyota prüft derzeit intensiv die Optionen für eine Rückkehr in eine internationale Motorsport-Klasse. Dann könnte auch das europäische Motorsport-Zentrum in Köln-Marsdorf wieder eine neue Blüte erleben. Bis zu einer endgültigen Entscheidung werde aber voraussichtlich noch ein Jahr vergehen, sagte Europachef Didier Leroy der Automobilwoche am Rande des Pariser Autosalons. "Es gibt eine sehr tiefgreifende Studie, welche Optionen mit welchen Konsequenzen ein Neustart im Automobilsport für uns bedeuten würden," sagte Leroy. "Dabei haben wir alle Hypothesen ins Auge gefasst, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen."
Toyota hatte die Formel 1 zum Ende der vergangenen Saison 2009 verlassen, ohne ein einziges Rennen gewonnen zu haben. Vor Toyota hatten bereits Honda, BMW und Bridgestone den Rückzug aus der Formel 1 angetreten. Weit erfolgreicher war Toyota 1998 und 1999 bei den 24 Stunden von Le Mans gewesen. Mit dem GT-One waren die Japaner im ersten Jahr bis eine Stunde vor Rennende in Führung gelegen, dann hatte das Getriebe gestreikt.
Welche Motorsportklasse für Toyota wieder in Frage kommt, sagte Leroy nicht. Er bestätigte aber, dass der japanische Hersteller bei seiner Entscheidung darüber maßgeblich bewerte, ob und in welchem Maße die Hybridtechnik als markentypisches Element von Toyota zur Geltung kommen könne. "Und wir wissen auch, dass unser Markenimage etwas mehr Sportlichkeit vertragen könnte."
Aus dem Umfeld des Unternehmens ist zu hören, dass Toyota bereits einen Motor auf Basis eines 3,4-Liter-V8 entwickelt hat, der als Le Mans-tauglich eingeschätzt wird. 2011 soll dieses Triebwerk samt im LMP1-Wagen des schweizerischen Rennstalls Rebellion eingesetzt werden. Nach diesem Test soll spätestens 2014 wieder ein eigener Toyota in Le Mans an den Start gehen - womöglich auch unter der Marke Lexus.