Frankfurt am Main. Der Europamarkt für Telematik in leichten Nutzfahrzeugen ist noch weitgehend unerschlossen. Die Durchdringungsrate liegt bei den 29 Millionen, in Europa bertriebenen leichten Nutzfahrzeugen lediglich bei 6,2 Prozent, was enorme Marktchancen für Telematik-Anbieter und Original Equipment Manufacturers (OEMs) darstellt. Eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Frost & Sullivan zum Europamarkt für Telematik in leichten Nutzfahrzeugen hat ergeben, dass das Angebot von maßgeschneiderten Telematik-Lösungen höhere Umsätze stimulieren wird. Laut Studie soll der Marktumsatz von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2012 voraussichtlich auf 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 ansteigen. Da die Hardwarekosten stetig sinken, bieten mehrere Aftermarket-Anbieter Finanzierungsmodelle ohne Einstiegskosten an, um den Einsatz von Telematik in leichten Nutzfahrzeugen anzukurbeln. Dabei verteilen sie die Kosten für Hardware und Dienstleistungen über die vereinbarten Vertragslaufzeiten.
„Der Markt, der hauptsächlich von diesen unabhängigen Anbietern von Telematik-Lösungen im Aftermarket-Bereich beherrscht ist, erlebt derzeit den Markteintritt von OEMs, die Lösungen bieten, die durch Garantieleistungen abgedeckt und durch Händlernetze unterstützt werden“, sagt Frost & Sullivan Automotive and Transportation Industry Analyst, Niranjan Manohar. „Diese Systeme sind sehr beliebt, da sie auf Basis modularer Finanzierungsmodelle verfügbar sind und dadurch den Kunden ermöglichen, die Modelle per Up- oder Downgrade an ihre Qualitätsanforderungen anzupassen."Telematik-Europamarkt mit Lücken
Ab 2015 sehen Rechtsvorschriften vor, dass Neuwagen mit eCall-Geräten ausgestattet sein müssen, was es für viele OEMs einfacher macht, mit neuen Angeboten in die Telematik-Sparte bei leichten Nutzfahrzeugen einzusteigen. Dies wird die Marktentwicklung vorantreiben. Der Einsatz von telematischen Anwendungen als Standardausstattung in mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen beschleunigt die Einführung von Diensten der nächsten Generation, wie etwa Echtzeit-Informationen zu Verkehr und Parkmöglichkeiten.
Aufgrund einer fehlenden etablierten OEM-Basis liefert der Markt jedoch nur geringe Produktionsmengen. Zudem sind die Systeme in kleinen und mittleren Flotten in Europa nur wenig bekannt. Die individuellen Bedürfnisse verschiedener Branchen stellen noch zusätzlich eine Herausforderung dar, ein einheitliches Kundenbewusstsein zu gewährleisten.Um den vorhandenen Kundenstamm zu halten und neue Kunden zu gewinnen, bedarf es der Konzentration auf dem richtigen Produkt mit passendem Service und bestem Finanzierungsmodell für den jeweiligen Kunden, so die Analysten. Hardware- und Software-Wartungsverträge müssen weiter angeboten und der Umfang an unternehmensrelevanten Anwendungen ausgebaut werden, um regelmäßigen Umsatz zu generieren.„Mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets steht ein Medium bereit, um in Echtzeit mit einer einfach hochzurüstenden und bedienbaren Plattform auf Informationen zugreifen zu können. Anbieter von Flottenmanagement-Lösungen werden damit aufgefordert, Apps anzubieten“, erklärt Manohar. „Vorhersageanalysen auf Basis großer Datenmengen werden zudem zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal, weil die Bereitstellung relevanter Informationen den Außendienst optimiert und den Kundenservice verbessert.