Paris. Im März könnte Carlos Tavares die Führung von PSA Peugeot Citroen übernehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen. Tavares, der zuvor Markenchef bei PSA-Konkurrent Renault war, ist seit Anfang des Jahres bei PSA. Dem Unternehmen zufolge soll er im Laufe des Jahres den Chefposten übernehmen.
Bisher waren Branchenkenner davon ausgegangen, dass der Stabwechsel am 19. Februar erfolgen werde, wenn PSA seine Bilanz für das vergangene Jahr vorstellt. Einer Quelle von Reuters zufolge war es tatsächlich so geplant - "aber Philippe Varin möchte seinen Posten bis zum Besuch des chinesischen Präsidenten im März behalten", sagte eine mit der Situation vertraute Person.
PSA steckt derzeit aufgrund des schwachen europäischen Marktes in großen Schwierigkeiten. Eine Kapitalerhöhung soll das angeschlagene Unternehmen retten. Dabei sollen sich sowohl der französische Staat als auch der chinesischen PSA-Partner Dongfeng an dem Unternehmen beteiligen. Varin war als CEO maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt; es sei also durchaus nachvollziehbar, dass er bis zum Besuch des chinesischen Präsidenten Chef von PSA bleiben wolle, sagte der Reuters-Informant. Aufsichtsratschef Thierry Peugeot sagte der Zeitung "Le Figaro", der Aufsichtsrat werde in Kürze einen Termin für den Wechsel bestimmen.
Im Zuge der Kapitalerhöhung dürfte die Familie Peugeot ihre dominierende Stellung einbüßen. Ob Peugeot Chef des Aufsichtsrats bleibt, gilt als ungewiss.