Gelsenkirchen. Klein- und Kleinstwagen gewinnen in den kommenden Jahren in Europa erheblich mehr Anhänger. Zu diesem Ergebnis kommt einer aktuelle Studie von Professor Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Kleinwagen treffen bei geringer werdenden Jahres-Fahrleistungen, höheren Kraftstoffpreisen und einer stetig steigenden Zahl an Kleinst- und Single-Haushalten auf steigendes Kundeninteresse.
In den nächsten vier Jahren kommen nach Berechnungen von Dudenhöffer 51 neue Klein- und Kleinstwagen auf den Markt. Davon haben 19 Fahrzeuge keine Vorgängermodelle und erweitern so das Angebotsspektrum erheblich.
Laut Dudenhöffer ist die Fertigung neuer Kleinwagen Teil der Strategie der Autohersteller, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Da sich allein mit Motoren-, Getriebe-, Reifentechnik und Leichtbau die CO2-Ziele in Europa nicht verwirklichen lassen, benötigten die Hersteller mehr Kleinwagen im Angebot, um den CO2-Ausstoß im Durchschnitt zu senken.
Ab 2012 dürfen die in der EU verkauften Neuwagen im Mittel nicht mehr als 130 Gramm CO2 emittieren. Das entspricht beim Diesel einem Kraftstoffverbrauch von 4,71 Liter pro 100 km und beim Benziner von 5,36 Liter pro 100 km, so Dudenhöffer: "Ohne höheren Kleinwagenanteil ist für die Autohersteller dieses Ziel nicht zu erreichen."
Besonders Premiumhersteller setzten in den nächsten Jahre auf neue Angebote im Kleinst- und Kleinwagensegment: Dudenhöffer führt eine Reihe neuer Kleinwagen auf, die bisher keinen Vorgänger hatten. Alfa Romeo kommt mit dem Alfa Junior (Ende 2008), Audi mit dem A1 (Ende 2009) und dem A1 Cabrio (Frühjahr 2011), BMW mit dem City (Ende 2010), Mercedes mit einer Mini-A-Klasse (Frühjahr 2011), VW mit einem Mini-Beetle und dem Up (beide Frühjahr 2010), Toyota mit dem IQ (Anfang 2009) und BMW-Mini mit einen Mini-SUV (Ende 2011).