Wolfsburg. Kurz nachdem General Motors verkündet hat, man habe mit 9,02 Millionen verkauften Fahrzeuge die Weltmarktführerschaft zurückerobert, meldet sich der unterlegene Konkurrent Volkswagen zu Wort: Die Berechnungsmethoden seien nicht identisch. Im Gegensatz zu GM habe VW nicht die Verkäufe aller Tochtergesellschaften mitgezählt, sagte ein Sprecher. Wenn man beispielsweise die Absatzzahlen von Scania und MAN, zwei LKW-Bauern, die beide mehrheitlich dem VW-Konzern gehören, mitgezählt hätte, wäre VW vor GM gelandet.
Besonders deutlich kritisiert Volkswagen, dass die Amerikaner die Verkaufszahlen ihrer Beteiligungen am größten chinesischen Autokonzern Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) und an Liuzhou Wuling Motors mitgezählt haben. Diese Sichtweise teilen mehrere Branchenexperten, weil GM lediglich eine Beteiligung an Wuling besitzt. "Irgendwo müssen wir einen Strich ziehen, um eine weltweite Vergleichbarkeit herzustellen“, sagt beispielsweise Jeff Schuster, Analyst beim Marktforschungsinstitut LMC Automotive, der Nachrichtenagentur Dow Jones. GM lässt sich die Freude über den Erfolg jedoch nicht verderben.Toyota nimmt den Rückfall auf den dritten Rang gelassen: "Unsere erste Priorität ist es, Autos zu bauen, die die Leute lieben, und nicht, die ersten in der Welt zu sein“, sagte Toyota-Sprecherin Amiko Tomita. "Verkäufe sind wichtig, der Erste zu sein ist wichtig, aber das ist nicht das Wichtigste für uns.“ (Foto: Volkswagen)Streit um Nummer Eins-Status
General Motors beansprucht für sich, im vergangenen Jahr die meisten Autos verkauft zu haben. Doch nun kritisiert Konkurrent VW die Zählweise der Amerikaner. Für Toyota ist der dritte Platz hingegen kein Problem.
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