Die US-amerikanische Bank JP Morgan sieht im Trend zur Elektromobilität große Chancen für den Carbonhersteller SGL. Eine deutliche Umsatzsteigerung, der Verkauf des defizitären Geschäfts mit Graphitelektroden und der Abbau von Schulden gäben Anlass zur Hoffnung, heißt es in einer Analyse. Das operative Ergebnis (Ebit) könne sich in den kommenden drei Jahren mindestens verdreifachen. 2018 könnte das Unternehmen erstmals seit 2012 sowohl vor als auch nach Steuern einen Gewinn erzielen. Auch der Aktienkurs könnte noch steigen.
SGL könnte von Trend zu E-Autos profitieren
SGL liefert der Autobranche Carbonfasern, die für besonders leichte Karosserien nötig sind. Diese sind sowohl für konventionelle Autos wichtig, um den Verbrauch zu senken, als auch für E-Autos, um das Gewicht der Batterien zu kompensieren. Nachteil: Carbon-Karossen sind deutlich teurer als solche aus Stahl. BMW setzt bislang am stärksten auf das neue Material und hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit SGL gegründet, das Material für die Karosserien der Modelle i3 und i8 liefert. BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ist auch Miteigentümerin von SGL und dort Chefin des Aufsichtsrats. Zudem hält auch BMW Anteile an SGL Vor wenigen Wochen gab SGL bekannt, über eine Komplettübernahme des Joint Ventures nachzudenken.
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