Martorell. Der VW-Konzern denkt darüber nach, die Produktion des SUVs Audi Q3 aus dem spanischen Werk Martorell abzuziehen und dafür den A1 dort bauen zu lassen. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montag). "Für uns wäre das eine Katastrophe", sagt Seat-Betriebsratschef Matías Carnero. Die Produktion eines A1 erfordert 17 Arbeitsstunden, die eines Q3 dagegen 28. Die Mitarbeiter machen sich Carnero zufolge bereits Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Bei Seat ist man sehr stolz auf den Q3. Er ist das einzige Premiummodell, das in Spanien vom Band läuft. Bisher haben weder Seat noch VW die Spekulationen kommentiert.
Ein weiterer Grund zur Sorge bei Seat sind Investitionen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro bis 2019. Sie sind Teil eines Investitionspakets von 4,2 Millionen Euro, die der Konzern der Marke vor Bekanntwerden des Abgas-Skandals in Aussicht gestellt hatte. Jetzt stellt der neue Konzernchef Matthias Müller alle Investitionen auf den Prüfstand und will eine Milliarde Euro einsparen. Vorsichtshalber hat Seat bereits angekündigt, bis 2017 insgesamt 200 Millionen Euro einsparen zu wollen.