Moskau/Köln. Für 2010 prognostizieren die europäischen Automobilhersteller auf dem russischen Markt nach dem massiven Einbruch im Vorjahr keine schnelle Trendwende. Im Gegenteil ging die Schrumpfkur in den ersten zwei Monaten weiter. So verringerten sich die Neuwagenverkäufe im Januar um 37 Prozent auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren, im Februar sanken die Verkäufe um weitere 32 Prozent. 2009 war der russische Automobilmarkt dramatisch geschrumpft, die Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen gingen um 49 Prozent auf 1,46 Millionen Einheiten zurück.
Das auf den Automarkt spezialisierte russische Analyse-Unternehmen Avtostat prognostiziert für 2010 jedoch ein leichtes Wachstum auf insgesamt 1,5 bis 1,6 Millionen Fahrzeuge. Für ausländische Hersteller sagt Avtostat sogar ein zehnprozentiges Wachstum voraus. Im laufenden Monat März gebe es bereits wieder einen leichten Aufwärtstrend, sagte in der vergangenen Woche Sergej Tselikow, Leiter der Analyse-Abteilung bei Avtostat. In den ersten zwei Monaten war die Schrumpfkur allerdings noch weitergegangen. So verringerten sich die Neuwagenverkäufe im Januar um 37 Prozent auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren, im Februar sanken die Verkäufe um weitere 32 Prozent.
Der Industrie- und Handelsminister Wiktor Christenko glaubt sogar an eine baldige Erholung des Automobilmarktes. Bis 2015 dürfte das Marktvolumen für Neuwagen bereits auf 3,2 Millionen bis 3,4 Millionen Kraftfahrzeuge gewachsen sein und bis 2020 über 3,6 Millionenliegen, prognostiziert der Minister.
Die europäischen Automobilhersteller sehen jedoch keine schnelle Trendwende. Sie gehen vielmehr von einem kaum vergrößterten Volumen von rund 1,5 Millionen Fahrzeugen aus. Und dies wird ihrer Einschätzung auch nur dann eintreten, wenn die angekündigten Unterstützungsmaßnahmen der russischen Regierung greifen. Diese sagte jüngst der Vorsitzende des Automobilkomitees der Association of European Businesses (AEB), der Geschäftsführer von Volvo Cars, David Thomas.
In der Mitte der Prognosen liegt die Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Automobilexperte Iwan Bontschew rechnet mit einem leichten Wachstum von fünf bis zehn Prozent. Das entspricht einem Marktvolumen von 1,54 bis 1,61 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.