München. Am 9. Oktober gingen auf dem Konto der CDU drei Großspenden in Höhe von jeweils 230.000 Euro ein. Spender waren die BMW-Großaktionäre Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten. Gemeinsam halten sie 46,7 Prozent der Aktien des Autobauers.
Nur wenige Tage später setzte sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) bei einem Treffen der europäischen Umweltminister erfolgreich dafür ein, die Entscheidung über strengere CO2-Grenzwerte zu verschieben. Davon profitieren vor allem deutsche Premiumhersteller, also auch BMW. Medien und Opposition reagierten dementsprechend empört: "Merkel und der Vorwurf der gekauften Politik" titelte "Spiegel Online", die Linke sprach vom "krassesten Fall gekaufter Politik seit langem", Jürgen Trittin meinte, die Quandts hätten die Klimapolitik von Merkel "gekauft". Auch der Parteienkritiker Hans-Herbert von Arnim äußerte sich kritisch: "Es riecht ein bisschen nach Dankeschön-Spende", sagte er.Ein Sprecher der Familie wies die Mutmaßungen jedoch zurück: Die Familie unterstütze die CDU seit Jahren, die Spende sei "eine Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit der Bundeskanzlerin." Auch die Partei wies jeden Zusammenhang zwischen der CO2-Debatte und der Spende weit von sich: "Die Spenden standen und stehen in keinerlei Zusammenhang mit einzelnen politischen Entscheidungen", hieß es in der Bundesgeschäftsstelle. Die Kritiker wird das jedoch nicht verstummen lassen.BMW-Hauptaktionäre unterstützen CDU
Quandt-Spende sorgt für Aufregung
Wenige Tage, bevor die Bundesregierung sich bei der EU gegen strengere CO2-Grenzwerte eingesetzt hat, hat die CDU eine Spende über fast 700.000 Euro erhalten. Das wirft Fragen auf.
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