Der japanische Hersteller von Insassenschutzsystemen Takata Petri will die Lenkradproduktion von Aschaffenburg nach Arad in Rumänien verlagern. Mit ihrer Kampagne "Eine Region steht auf, Takata kämpft“, will die IG Metall die Unternehmensführung davon überzeugen, die Lenkradproduktion im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim aufrecht zu erhalten. Die Auftaktveranstaltung dazu findet heute Nachmittag in Aschaffenburg statt. Nach Angaben der Gewerkschaft sind insgesamt 368 Arbeitplätze von der Verlagerung betroffen. 335 davon entfallen auf den Standort in Aschaffenburg. Mit dem Abbau der Lenkradfertigung würde in Aschaffenburg/Schweinheim eine 80-jährige Tradition ihr Ende finden.
Laut IG Metall begründet der Vorstand von Takata Petri die Verlagerung mit hohen Personalkosten am Standort. Nach Angaben von Herbert Reitz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg, betragen die Personalkosten am Lenkrad jedoch lediglich drei Prozent. Die Gewerkschaft bezweifelt daher, dass die Personalkosten der wahre Grund für die geplante Verlagerung sind. Die IG Metall vermutet eher eine unternehmenspolitische Entscheidung zur Marktbereinigung.
Der Konzern aus Tokio erreichte zuletzt mit weltweit fast 36.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Zum Produktportfolio gehören neben Lenkrädern auch Airbagsysteme, Sicherheitsgurte, Elektronik, Sensorik und Kindersitze.