Ingolstadt. Das Personalkarussell im Volkswagen-Konzern dreht sich weiter: Nach dem Wechsel von Matthias Müller an die Spitze von Porsche und dem Einsatz von Josef Schelchshorn als neuer Personalvorstand der spanischen VW-Tochter Seat verlässt jetzt Werner Widuckel, seit 2005 Personalvorstand bei Audi, das Unternehmen. Das gab das Ingolstädter am heutigen Donnerstag bekannt, nachdem zahlreiche Medien bereits schon zuvor über den Abschied von Widuckel berichtet hatten.
Zum neuen Vorstand für Personal- und Sozialwesen berief der Audi-Aufsichtsrat Thomas Sigi, der sein Amt in Ingolstadt zum 1. Oktober antreten wird. Der 45-Jährige war bislang in gleicher Funktion beim Automobilzulieferer ZF in Friedrichshafen am Bodensee tätig. Sigi kennt den VW-Konzern gut. Er war von 2006 bis 2009 Leiter Personal des Volkswagen Werks Kassel. Zwischen 2002 und 2006 arbeitete er als Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der ALCAN Holdings Germany. Von 1998 bis 2002 war er Leiter Personalreferate bei Audi in Neckarsulm. Davor arbeitete er als Unternehmens- und Personalberater sowie als Geschäftsführer der CSA Computer GmbH in Konstanz. ZF muss sich nun nach nicht einmal einem Jahr einen neuen Personalchef suchen. Sigi hatte sein Amt erst im August 2009 angetreten. Audi-Chef Rupert Stadler: "Thomas Sigi kennt Audi und den Volkswagen-Konzern sehr gut. Er hat in seinen Jahren in Neckarsulm und Kassel zahlreiche frische Ideen eingebracht und umgesetzt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm.“
Über die Gründe für Widuckels Ausscheiden aus dem Amt des Personalchefs gibt es aus Konzernkreisen widersprüchliche Aussagen. In gut unterrichteten Kreisen heißt es, dass Widuckels überraschendem Abgang massive Auseinandersetzungen mit dem VW-Personalvorstand Horst Neumann vorausgegangen seien. Angeblich ging es dabei um Umstrukturierungen im Personalbereich von Audi, die mit Wolfsburg nicht abgesprochen waren. Andererseits sei aus führungsnahen Kreisen zu vernehmen, Widuckel gebe sein Amt freiwillig auf, was aber wohl eher eine diplomatische Umschreibung sein dürfte. Laut einer Pressemitteilung von Audi wird sich Widuckel "künftig der Forschung und Lehre widmen". Gerüchten zufolge hat er einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität LMU in München übernommen.