Opel-Chef Michael Lohscheller hat vier Probleme von Opel ausgemacht, an denen er arbeiten will: Die Marke soll verstärkt auf E-Mobilität setzen, nachhaltig profitabel werden, deutsch bleiben und global aufgestellt werden. Das sagte Lohscheller im Interview mit der "Auto, Motor und Sport". Die Komplexität in der Produktion soll gesenkt werden, indem selten genutzte Optionen nicht mehr angeboten werden. Engineering-Chef Christian Müller wies darauf hin, dass es beispielsweise beim Corsa 16 unterschiedliche Frontscheiben gibt. Auch bei laufenden Modellen soll es Änderungen geben. Noch seien nicht alle Werke wettbewerbsfähig, räumte Lohscheller ein, man werde aber entsprechende Maßnahmen treffen.
"Opel wird elektrisch"
Bis 2020 werde man insgesamt neun neue Modelle auf den Markt bringen. Der neue Corsa, der 2019 auf den Markt kommen soll, wird auch als reines E-Auto angeboten. Die neuen Modelle basieren zwar auf Plattformen der neuen Konzernmutter PSA, Lohscheller will sie aber "sehr deutlich differenzieren".
Das Elektroauto Ampera-e soll schon im Januar wieder bestellbar sein. Über das zukunftsweisende und für Opel als Leuchtturmprojekt besonders wichtige Modell hatte es Spekulationen gegeben, weil es aus dem Konfigurator auf der Opel-Website verschwunden war. Es ist nahezu baugleich mit dem Chevrolet Bolt der früheren Konzernmutter General Motors und wird in den USA gebaut. Zum einen braucht GM die Produktionskapazitäten selbst, zum anderen war unsicher, ob die Amerikaner überhaupt noch bereit sind, den Deutschen ein E-Auto zu liefern.
Der erste Ampera war zwar als Technologieträger interessant, brachte es aber nicht auf hohe Stückzahlen. Inzwischen sieht es aber anders aus, die E-Mobilität nimmt Fahrt auf und gerade Opel könnte ein E-Auto gut gebrauchen. Erstens, um das Image auszupolieren und zweitens, weil die Verbrennungsmotoren der Rüsselsheimer die künftigen Grenzwerte für Emissionen wohl nicht erfüllen können. Müller erwartet, dass Opel eine Führungsrolle bei den CO2-Werten einnehmen wird.
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