Kaiserslautern. Rund zweieineinhalb Jahre nachdem der US-Zulieferer Jonson Controls den Sitzspezialisten Recaro Automotive übernommen hat, sieht sich der Sitzeanbieter aus Kaiserslautern auf einem guten Weg. „Wir haben uns gut in den Konzern integriert“, erklärt Elmar Deegener, Geschäftsführer von Recaro Automotive Seating.
Zum Zeitpunkt der Übernahme durch den US-Zulieferer hatte Recaro Automotive zuletzt rund 150 Millionen Euro umgesetzt. Seitdem habe das Wachstum „eher im zweistelligen Bereich“ gelegen. Konkrete Zahlen wollte Deegener allerdings nicht nennen. „Aus eigener Kraft wären wir dazu nicht in der Lage gewesen“, so der Recaro-Chef. Dabei betont er, dass das Unternehmen sehr eigenständig arbeiten könne. Rund 15 Prozent des Recaro-Geschäfts entfällt mittlerweile auf den 2006 gestarteten Bereich Lkw-Sitze. Mittel- bis langfristig strebt das Unternehmen dort einen Anteil von einem Drittel bis 40 Prozent des Umsatzes an. Das schwedische Unternehmen Scania und der französische Lkw-Bauer Renault erhalten seit Jahresmitte 2013 als erste Kunden Sitze einer neuer Modell-Generation.Sitzgeschäft
Neuer Schwung bei Recaro
Recaro Automotive Seating sieht sich auf einem guten Weg. Vor allem das Geschäft mit Lkw-Sitzen soll kräftig zulegen. Auch das Pkw-Geschäft bietet Perspektiven.
Chinesen mögen keine harten Sportsitze
In Nordamerika verzeichnet Deegener ein überproportionales Wachstum. Doch auch in Europa sieht er einen positiven Trend. In Europa ist das vor allem darauf zurückzuführen, dass sich durch den Einstieg von Johnson Controls neue Möglichkeiten ergeben hätten.
Eine große Herausforderung für Recaro sieht er in Asien, speziell China. Ein Kernproblem dabei: „Die Chinesen mögen keine harten Sportsitze“, bedauert Deegener. „Wir gehen dort deshalb äußert vorsichtig vor.“ Gute Chancen für das Geschäft mit Nfz-Sitzen sieht der Manager in China, aber auch in Nord- und Südamerika. Klaus Heldmann, Bereichsleiter für das Nfz-Geschäft beim Zulieferer, will sich dabei weiter auf das Premiumsegment konzentrieren.Bei Pkw-Sitzen erwartet sich Deegener viel von einer neuen Sportsitze-Plattform, die auf der IAA 2013 schon Mal potenziellen Kunden gezeigt wurde. Der Serienstart für die Neuentwicklung, die gegenüber herkömmlichen Modellen rund 40 Prozent Gewicht einspart, ist für den Sommer 2016 geplant. „Wir haben damit eine Revolution im Bereich Sitzbau gestartet“, ist Deegener überzeugt.Die Anzahl der Mitarbeiter bei den Pfälzern ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um 100 auf derzeit 935 gestiegen. Davon sind nahezu unverändert 581 in Deutschland beschäftigt. Den größten Anstieg von 29 auf 115 Mitarbeiter gab es im neuen Werk für Lkw-Sitze im polnischen Skarbimierz.
Lesen Sie auch: