München. Automatisiertes Fahren - noch nie in der mehr als 125-jährigen Geschichte des Automobils gab es eine Innovation mit solch fundamentalen Auswirkungen auf die individuelle Mobilität. So eine Erkenntnis der Unternehmensberatung Berylls in ihrer Studie „Automatisiertes Fahren – The next bis thing!?“. Hinzu kommen signifikante Veränderungen für alle an der automobilen Wertschöpfungskette Beteiligten, von Automobilzulieferern über Automobilhersteller und -versicherer bis hin zu Infrastrukturbetreibern und Service-Anbietern. Unternehmen wie Google, Apple oder Samsung, die schon heute signifikante Schritte in Richtung vernetztes Fahrzeug oder gar zum voll-automatisierten oder autonomen Fahrzeug unternehmen, sind die „Große Unbekannte“. Während die heutigen Fahrerassistenzsysteme den Einstieg bereiten, wird voll-automatisiertes Fahren erst in fünf bis zehn Jahren zur Realität - mit Blick auf 2035 erreichen hoch-automatisierte, voll-automatisierte und autonome Fahrzeuge jedoch bereits einen Marktanteil von etwa 20 Prozent, so ein weiteres Ergebnis der Befragung.
Mit der zunehmenden Vernetzung wird auch das Automobil mehr und mehr zum Kommunikationsraum. „Zukünftig werden wir in voll-automatisierten oder autonomen Fahrzeugen unserer Arbeit nachgehen, mit anderen kommunizieren oder einfach nur ausspannen können“, heißt es weiter in der Studie. Zugleich ist das automatisierte Fahren auch ein unfallfreies - oder zumindest weitestgehend unfallfreies - Fahren: Autopiloten sind zukünftig in der Lage, mit jeder Gefahrensituation unfallvermeidend umzugehen. Dem menschlichen Erfassungs- und Reaktionsvermögen weit überlegen, verhindern Fahrautomaten nicht nur Verkehrsunfälle, sondern reduzieren im Fall der Fälle Unfallschwere und -folgen deutlich, indem Autopiloten selbstverständlich die Verkehrsregeln beachten, nicht übermüden oder gar angetrunken „am Steuer sitzen“.
Automatisiertes Fahren leistet zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und damit zur Umweltschonung, indem Fahr- und Betriebsstrategien besser an Umgebungsbedingungen angepasst werden können. Nebenbei wird auch weniger öffentlicher Straßenraum genutzt, wenn voll-automatisierte Fahrzeuge in geringerem Abstand fahren. Darüber hinaus wird Car Sharing attraktiver, wenn der Kunde sich quasi „auf Finger tip“ - im Sinne „Mobility on Demand“ - ein autonomes Fahrzeug kommen lässt, sich damit chauffieren lässt und danach das Fahrzeug dann eigenständig weiter fährt oder parkt.