Hagen. Die europäische Schmiedeindustrie wird im laufenden Jahr ein neues Rekordergebnis bei der Produktion von Schmiedeteilen erzielen. Mit einem Plus von etwas fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr wird das Produktionsvolumen erstmals mehr als sechs Millionen Tonnen betragen. „Auch die weitere Entwicklung schätzt die Branche angesichts voller Auftragsbücher optimistisch ein“, so Theodor L. Tutmann, Generalsekretär Euroforge, dem Branchenverband der Massivumformung. Allerdings seien die Mitglieder des Hagener Verbandes „auch von erheblichen Kostensteigerungen betroffen“, warnt Tutmann.
Allein für das Vormaterial Stabstahl und Halbzeug muss heute ein 80 Prozent höherer Preis als noch im Jahr 2004 gezahlt werden. Für 2008 hätten die Stahlhersteller bereits eine weitere Preissteigerung von rund zehn Prozent gefordert“, beklagt Tutmann. Dabei seien Aufschläge für Schrott und Legierungselemente, die durch die Stahllieferanten in Form von Zuschlägen in Rechnung gestellt werden, noch nicht einmal einberechnet. „So haben sich die Schrottpreise seit 2003 um 85 Prozent erhöht und bei den Legierungen zum Teil mehr als verzehnfacht“, erläutert der Generalsekretär.
Ähnliches gelte auch für die Verteuerung der Energieträger. Allein seit dem Jahr 2004 habe sich der Preis für Strom um rund 30 Prozent und für Erdgas um etwa 50 Prozent erhöht. Für das Jahr 2008 erwartet Tutmann weitere Kostensteigerungen von 13 Prozent im Vergleich zu 2007. Eine Schwierigkeit der Schmieden sieht er auch in deren Sandwichposition. Im Markt begegnen die Mittelständler wenigen Großanbietern auf der Einkaufsseite und auf der Absatzseite mit den Automobilkonzernen, die rund 60 Prozent der Schmiedeproduktion in Europa abnehmen, internationalen Konzernen. Euroforge fordert angesichts dieser Kostenzuwächse und des weiter zunehmenden Preisdrucks durch die Großkunden „dringend mehr Rücksichtnahme auch auf die vermeintlich schwächeren aber gleichwohl wichtigen Glieder der Wertschöpfungskette.“