Haldenwang. Mit einer pfiffigen Idee trotzt ein Bayer der Finanz- und Absatzkrise in der Autoindustrie. Um seinen Zuliefererbetrieb aus Haldenwang im Allgäu vor der Insolvenz zu bewahren, ersonn Firmenchef Rüdiger Schenke ein Gesellschaftsspiel, das sich um die Abwrackprämie dreht. Die Spielfiguren in Form von Autos produziert der Allgäuer in seinem Unternehmen Schenke CS mit zehn Mitarbeitern selbst. Normalerweise werden auf den CNC-Fräsmaschinen von Schenke Kunststoff- oder Metallteile für die Fahrzeugindustrie hergestellt. Das Unternehmen fungiert dabei als so genannte verlängerte Werkbank für die Auftrageber aus der Autoindustrie. Schenke ist immer noch enttäuscht über das Verhalten einige seiner Automobilkunden, die ihm bei Ausbruch der Krise kurzerhand die Aufträge kündigten.
Auslöser für Schenkes Spielidee war ein Radiobericht. In dem hieß es, dass die Spieleindustrie im Gegensatz zur Fahrzeugindustrie trotz der Finanzkrise auf Wachstumskurs ist. Schenke, selbst kein leidenschaftlicher Spieler, reagierte schnell und entwickelte binnen drei Monate das Würfelspiel "Abwrackprämie – mach was draus!“. Bislang konnte er von dem Brettspiel, eine Mischung aus Strategie- und Glücksspiel, rund 7000 Stück absetzen. Verkaufspreis: 32 Euro minus 2,50 Euro Abwrackprämie. Der 43-jährige freut sich besonders über die positiven Reaktionen der Spielekäufer. Nun ist der Unternehmer gespannt auf das Weihnachtsgeschäft. Sollte das erfolgreich verlaufen, will er weitere Varianten mit ähnlichen Titeln wie "Finanzkrise – mach was draus“ auf den Markt bringen.