Stuttgart. Die für Anfang 2013 geplante Übernahme der Mehrheit am Autozulieferer Behr durch den ebenfalls in Stuttgart beheimateten Mahle-Konzern verzögert sich weiter. Mahle-Chef Heinz K. Junker hält aber weiterhin an der geplanten Übernahme und der Integration in den Mahle-Konzern fest. Er will jedoch zunächst "konkrete Aussagen der Ermittlungsbehörden abwarten“. Der Vorsitzende der Geschäftsführung hat die Hoffnung, dass solche Ergebnisse noch bis Jahresende vorliegen könnten.
Der Kolbenhersteller Mahle, der derzeit knapp 37 Prozent an dem Klimatisierungsspezialisten Behr hält, war vom Ermittlungsverfahren gegen Behr wegen des Verdachts "wettbewerbsbeschränkender Verhaltensweisen“ überrascht worden. Die Europäische Kommission hatte im Mai bei Behr in Stuttgart eine Nachprüfung veranlasst. In den USA haben die dortigen Justizbehörden ebenfalls Ermittlungen gestartet. Dazu, ob das Verfahren einen Einfluss auf die Kaufsumme hat, wollten sich Junker "nicht äußern“.Ungeachtet dessen hat der Konzern im ersten Halbjahr 2012 den Umsatz um 7,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesteigert. Der Großteil des Wachstums in Höhe von 146 Millionen Euro ist auf organisches Wachstum, 87 Millionen Euro sind auf die Aufwertung zahlreicher Auslandswährungen, insbesondere US-Dollar, japanischer Yen und chinesische Renminbi, zurückzuführen.Mahle wartet bei Behr-Übernahme Ermittlungsergebnisse ab
Mahle-Chef Heinz K. Junker will im Falle der geplanten Mehrheitsübernahme am Zulieferer Behr zunächst konkrete Aussagen der Ermittlungsbehörden abwarten. Im ersten Halbjahr 2012 hat der Kolbenhersteller Mahle den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesteigert.
Keine Besserung in Südeuropa in Sicht
Vor allem die Rezession in einigen südeuropäischen Ländern habe in manchen Produktionseinheiten zu Rückgängen im zweistelligen Prozentbereich geführt. Eine Besserung in Form von höheren Produktionszahlen kann er für Südeuropa nicht erkennen. In Werken des Zulieferers in Spanien, Italien und Frankreich sind insgesamt rund 1000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Im zweiten Halbjahr werde das Umsatzwachstum voraussichtlich geringer ausfallen. Für das Gesamtjahr hält er einen Wert von 6,3 Milliarden Euro, was einem Wachstum von knapp sechs Prozent gegenüber 2011 bedeuten würde, für möglich. Vor allem wegen der deutlichen wirtschaftlichen Abschwächung in Europa und erster Signale der Verlangsamung des Wachstums in Nordamerika sowie einigen Ländern Asiens geht Junker im zweiten Halbjahr von Produktionskürzungen seiner Kunden aus. "Auch für 2013 sehen wir zurzeit keine Anzeichen einer deutlichen Belebung."Beim EBIT ist das Unternehmen im ersten Halbjahr mit sieben Prozent im Zielkorridor gelandet. Für das Gesamtjahr rechnet Junker mit einem Wert zwischen sechs und sieben Prozent.Kopfzerbrechen bereitet dem Mahle-Chef die Situation an den Rohstoffmärkten. Bei Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium und Kunststoffgranulaten habe es in den vergangenen Jahren unkalkulierbare Preisausschläge gegeben.
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