Köln. Ford wird in den kommenden Tagen bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag auf Kurzarbeit stellen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" zuerst berichtete, sollen die Bänder zwischen Mai und Oktober an bis zu 16 Tagen stillstehen, zunächst an bis zu acht Tagen vor den Werksferien im Sommer. Betroffen sind 4000 Mitarbeiter in der Produktion, wie ein Sprecher mitteilte. Sie bekommen von Ford einen Zuschuss zum staatlichen Kurzarbeitergeld.
Grund für die Maßnahme sind die Absatzprobleme auf dem europäischen Markt: Im März brach beispielsweise der Neuwagenverkauf in Portugal und Griechenland jeweils um mehr als 40 Prozent ein, in Italien und Frankreich um ein Viertel. In Deutschland steht Ford hingegen gut da: Erstens ist der deutsche Automarkt insgesamt gewachsen, zweitens will Ford hier den Marktanteil von zuletzt 7,4 Prozent noch erhöhen. Ford hat im ersten Quartal in seinen 19 europäischen Kernmärkten insgesamt 7,3 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum - trotz leicht gestiegenem Marktanteil. Anfang März hatte der inzwischen pensionierte Konzernfinanzchef Lewis Booth angekündigt, dass er für 2012 in Europa einen Verlust von bis zu 600 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) erwartet.Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive in Bergisch Gladbach, rechnet mit einem Rückgang des Pkw-Absatzes in Westeuropa um 5,6 Prozent auf 12,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Andere Analysten sind aufgrund der Schuldenkrise sogar noch pessimistischer.