München. Nach dem gescheiterten Einsteig bei Opel konzentriert sich der Magna-Konzern nun wieder stärker auf sein Kernkompetenz als Automobilzulieferer. Obwohl das Unternehmen, dem ein Interesse am Getriebebauer Getrag nachgesagt wird, auch im Schlussquartal des Jahres 2009 empfindliche Verluste eingefahren hat, sollte es jetzt die Chance auf gezielte Verstärkungen aus dem Zuliefererbereich nutzen.
Denn die Gelegenheit ist günstig. Ebenso wie Webasto bei der Übernahme der Verdecksparte vom insolventen Wettbewerber Edscha, dürfte Magna die Dachsparte des ebenfalls insolventen Traditionsunternehmens Karmann zu einem eher günstigen Preis erworben haben. Und der Zukauf rundet das Portfolio Magnas im Dachbereich ab. Das kanadische-österreichische Unternehmen hatte bereits vor einigen Jahren den Verdeckspezialisten CTS übernommen und kann durch diesen Schritt seine Position als Anbieter von Klappdächern stärken.
Ebenso wichtig für die Präsenz in Europa dürfte es für Magna sein, die Kompetenzen bei Elektroautos auszubauen. Magna-Chef Siegfried Wolf hatte erklärt, dass der Standort Graz als Kompetenzzentrum für Elektro-Mobilität ausgebaut werden soll. Trotz der Expertise von Magna Steyr in Graz war es den Österreichern jüngst nicht mehr gelungen, an die hohen Stückzahlen in der Auftragsfertigung von Fahrzeugen aus den Vorjahren anzuknüpfen. Das Los des ehemaligen Auftragsfertigers Karmann, dem es nicht mehr rechtzeitig gelungen ist das Ruder herumzureißen, wird den Grazern eine Warnung sein.