Mit dem Verkauf von Jaguar und Land Rover ist für Ford der Versuch gescheitert, mit europäischen Oberklassefahrzeugen neue Märkte zu erobern und damit auch Gewinne einzufahren. Niemals gelang es dem Volumenhersteller, die Zukäufe synergiebringend in den Konzern zu integrieren, geschweige denn vom Glanz der europäischen Marken in Nordamerika zu profitieren.
Mit dem immer wahrscheinlicheren Verkauf an Tata ist auch die Ford-Luxussparte "Premier Automotive Group" am Ende. Bereits Anfang 2007 war aus deren Portfolio die Nobelmarke Aston Martin an ein britisches Konsortium verkauft worden - der Verkaufserlös hatte einmalig die desolate Ertragslage von Ford im zweiten Quartal angehoben.
Die herabgewirtschaftete Marke Jaguar wurde für Ford zum Milliardengrab. Wie das Schicksal der Oberklassefahrzeuge unter indischer Führung verläuft, ist zwar noch ungewiss. Die Chancen für neuen Schwung sind aber mit einem finanzkräftigen Konzern im Rücken entschieden besser als bisher.
In Indien zumindest genießen Jaguar und Land Rover unter der wachsenden Oberschicht einen hohen Stellenwert. Konzernboss Ratan Tata hatte jüngst schon erklärt, die Nobelkarossen könnten prima an die indischen Besserverdienenden und in anderen Schwellenländern verkauft werden. Selbst wenn die zugekauften Marken vorerst nicht seine Bilanz verbessern werden, so erwirbt Tata damit eine Menge Know-how, die sich sehr sinnvoll bei der Verbesserung der bisher produzierten Qualität einsetzen lässt.
Ford dagegen hat mit dem Verkauf seiner Exotenmarken die Chance verspielt, aus dem Einerlei der Großserie auszuscheren und renditeträchtige Nischen zu entwickeln.