Toyota will an die Weltspitze. Ganz nach oben. Dort waren die Japaner vor ein paar Jahren schon mal, aber die Finanzkrise, Millionen Rückrufe und Naturkatastrophen haben die vom Thron verdrängt. Den Platz ganz oben besetzt jetzt wieder General Motors. Die Amerikaner haben erst vor wenigen Jahren bewiesen, wie schnell ein Hersteller abstürzen kann – von ganz oben nach ganz unter. Wenige Jahre, bevor sie vom Staat vor der Insolvenz gerettet werden musste, waren sie noch die Nummer eins. Wenige Jahre danach sind sie es wieder. Auch Toyota kommt mit hohem Tempo zurück: Nach den Rückrufen kamen im vergangenen Jahr die Naturkatastrophen in Japan und Thailand, die Produktion war monatelang behindert. Doch im ersten Quartal 2012 hat Toyota mehr Autos ausgeliefert als jeder andere Hersteller. Als drängendstes Problem bleibt das vor allem auf dem US-Markt angeschlagene Image. Obwohl eine Untersuchung der Verkehrsbehörde den Autobauer entlastet hat, sind viele Kunden verunsichert.
Auch VW tut sich auf dem amerikanischen Markt noch schwer. Zwar haben die Wolfsburger mittlerweile Modelle, die extra für diesen Markt entwickelt wurden, wie den US-Passat, sie haben in Chattanooga eine Produktion vor Ort und die Verkaufszahlen steigen. Doch von GM oder Ford ist man auf deren Heimatmarkt meilenweit entfernt. In China läuft es derzeit gut, aber der Konzern sollte sich nicht zu sehr von einem Markt abhängig machen. Durch seine Plattform-Strategie ist der Konzern zudem zwar in der Lage, kostengünstig zu produzieren und Nischenmodelle anzubieten, die sich sonst nicht rechnen würden. Er läuft aber auch Gefahr, ein fehlerhaftes Bauteil in Millionen von Fahrzeugen zu verbauen. Die zu Recht hochgelobten TSI-Motoren haben beispielsweise durch sich längende Steuerketten auf sich aufmerksam gemacht.Bleibt noch General Motors: Die Amerikaner haben die Spitzenposition Autobranche zurückerobert, aber sie stützen sich dabei vor allem auf ihren zugegebenermaßen großen Heimatmarkt. In Europa machen sie mit ihrer Tochter Opel seit Jahren hohe Verluste. Im Moment sieht es nicht so aus, als würde sich daran auf absehbare Zeit etwas ändern.So hat jeder der drei großen Autokonzerne seine Stärken, aber auch Baustellen, auf denen es noch viel Arbeit gibt. Und im Rückspiegel nähert sich mit Hyundai/Kia bereits ein weiterer Konkurrent. Es bleibt spannend.Kommentar: Der Kampf um die Krone
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