Detroit. Der "Fallschirmjäger" hat seine Schuldigkeit getan. GM-Chef Fritz Henderson hinterlässt einen Konzern, der am Abgrund stand, mit einer weitgehend sauberen Bilanz. Henderson ist für GM sein Leben lang zu Noteinsätzen um die Welt gereist. Wo es brannte, war er zur Stelle, sei es 2004 an der Spitze von GM Europe oder zuvor beim Erwerb von Daewoo in Südkorea und beim Ausbau der Marktposition von GM in Brasilien und Argentinien.
Hauptmakel von Henderson war und ist der GM-Mief, der zwangsläufig an ihm haftet. Viele Beobachter waren bei seiner Ernennung zum CEO der Ansicht, dass nur ein externer Boss die Weichen wieder in Richtung Zukunft stellen kann - so wie Sergio Marchionne bei Fiat und Chrysler, Alan Mulally bei Ford oder Carlos Ghosn bei Nissan.
Verwaltungsratschef Whitacre und die übrigen Aufseher verloren jetzt die Geduld und wohl auch etwas die Nerven, weil sie ahnen, dass die Zukunft von GM auch nach der erfolgreichen "Blitz-Insolvenz" beileibe nicht gesichert ist.
Dass Henderson eine Übergangslösung an der Spitze war, wusste der loyale Manager selber nur zu gut. Nur das Timing seiner Entlassung wird ihn überrascht haben. "Fritz" musste den Hut nehmen, weil er auf allen wichtigen Zukunftsfeldern des Konzerns nicht vorankam. Durch das monatelange Tauziehen um Opel verloren GM und die europäischen Töchter wertvolle Zeit und viel von dem nicht minder wertvollen Vertrauen ihrer Zulieferer, Anteilseigner, Mitarbeiter und Kunden. Die unerwartete Opel-Entscheidung des Verwaltungsrates zeigte letztlich, dass Henderson in Whitacres Plänen keine Zukunft mehr hatte.