Hamburg. Fast jeder zweite Autofahrer in Deutschland (48 Prozent) kann sich vorstellen, nach einem selbst verschuldeten Unfall gebrauchte Ersatzteile bei der Reparatur zu akzeptieren. Je nach Fahrzeugmarke ist die Bereitschaft dazu allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Renault- oder Ford-Fahrer sind beispielsweise deutlich eher bereit dazu als Besitzer von Audi- oder Mercedes-Modellen.
Überraschend ist, dass auch mehr als de Hälfte aller BMW-Fahrer offen gegenüber gebrauchten Ersatzteilen sind. Das ist das Ergebnis der Studie "Werkstatt-Services aus der Sicht des Fahrzeughalters" der Beratungsfirma hnw consulting in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. 1.062 Fahrzeughalter wurden dazu befragt. In Bezug auf Alter oder Geschlecht gab es keine nennenswerten Differenzen. Selbst 38 Prozent der Neuwagenkäufer bestehen laut der Studie nicht darauf, neue Ersatzteile zu bekommen.
"Die überraschend hohe Aufgeschlossenheit der deutschen Autobesitzer gegenüber gebrauchten Ersatzteilen, sogar unter Fahrern einer Premiummarke wie BMW, zeigt, dass hier für Versicherer bislang nicht ausgeschöpfte Potenziale liegen, etwa für eine differenzierte Tarifgestaltung", sagt Carsten Nyhuis, Partner in der hnw consulting GmbH. "Dadurch bietet sich auch die Chance, sich von Wettbewerbern abzuheben." Gebrauchte Ersatzteile ermöglichen beträchtliche Einsparungen, welche die Versicherer dann nutzen können, um Autobesitzern, die solche Teile zulassen, günstigere Konditionen anzubieten.
Die Studie "Werkstatt-Services aus der Sicht des Fahrzeughalters" stellt die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung unter deutschen Kfz-Haltern im Auftrag von hnw consulting dar. Thema der Befragung waren Einstellung und Erwartungshaltung der Fahrzeughalter im Hinblick auf die generelle Nutzung von Werkstätten, den Versicherungsschutz und das zugehörige Kaufverhalten sowie an Werkstatt-Services bei Versicherungsschäden. Wissenschaftlicher Kooperationspartner der Studie ist das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. Die Studie wurde im August 2011 durchgeführt. (Foto: BMW)