Meschede. Am Stammsitz von Automobilzulieferer Honsel in Meschede stehen bis zu 280 von insgesamt 2000 Stellen zur Disposition. Im Presswerk Soest können bis zu 75 Arbeitsplätze betroffen sein, heißt es beim Spezialisten für Leichtmetallkomponenten. Bereits in den vergangenen Monaten wurde an allen Standorten von Honsel Kurzarbeit eingeführt, um dem sinkenden Produktionsvolumen zu begegnen. „Über Kurzarbeit konnten wir einen Teil der Rückgänge ausgleichen. Angesichts der dramatischen Krise in Automobilindustrie und Maschinenbau, unseren beiden Schlüsselbranchen, müssen wir aber unsere gesamten Strukturen an die veränderte Situation anpassen. Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen Einbruch, sondern die Industrie wird hiervon auch noch in 2010 betroffen sein, denn diese Krise wird laut Aussage von Marktexperten länger dauern als die vorhergegangenen“, sagte Heinz Pfannschmidt, Vorstandsvorsitzender der Honsel AG auf der Mitarbeiterversammlung in Meschede. „Wenn unsere Wertschöpfung um mehr als ein Drittel schrumpft, müssen wir unsere Kosten entsprechend senken. In den nächsten 21 Monaten müssen wir daher rund 180 Millionen Euro Kosten einsparen. Leider lassen sich dabei Personalmaßnahmen nicht ausklammern“, so Pfannschmidt weiter. Die qualifizierte Stammbelegschaft soll mit flexiblen Maßnahmen nach Möglichkeit gehalten werden. Dennoch sei voraussichtlich ein weiterer Stellenabbau unvermeidbar, prognostiziert der Unternehmenschef.
Honsel hatte bereits ab dem Sommer schrittweise Verträge mit Leiharbeitnehmern sowie alle befristeten Verträge auslaufen lassen. Ein erheblicher Teil der unternehmensweit beabsichtigten Stellenkürzungen entfällt auf den indirekten Bereich, also Verwaltungs- und Servicefunktionen. Ziel ist es, die gesamte Organisation zu straffen und das Unternehmen in dieser schwierigen Situation durch eine umfassende Restrukturierung zukunftsfähig zu machen, heißt es in Meschede.