Es ist ein beispielloser Vorgang, der für eine entsprechende Unruhe in der amerikanischen Autobranche sorgt: General Motors hat den Konkurrenten Fiat Chrysler verklagt. FCA soll Mitglieder der Gewerkschaft UAW bestochen und sich auf diese Weise geringere Löhne gesichert haben. Konkret heißt es, FCA zahle pro Stunde acht Dollar weniger als General Motors. GM verlangt nun mehrere Milliarden Dollar Schadenersatz, eine genaue Summe hat der Konzern bisher noch nicht genannt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2017, drei frühere FCA-Manager haben sich bereits schuldig bekannt. Der Staatsanwaltschaft zufolge haben FCA-Manager die Gewerkschaft "fett, dumm und glücklich" gehalten, damit sie keine hohen Forderungen stellen. Gary Jones, der Vorsitzende der UAW, ist inzwischen zurückgetreten. Gegen ihn gibt es ebenfalls Korruptionsvorwürfe.
Fiat Chrysler weist die Vorwürfe dennoch als grundlos zurück. Das Unternehmen steckt gerade in Verhandlungen mit der Gewerkschaft über einen neuen Vertrag für seine US-Mitarbeiter, parallel dazu verhandeln FCA und der französische Autobauer PSA über die Einzelheiten ihrer geplanten Fusion.
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