Detroit. Der Zusammenschluß zwischen Fiat und Chrysler wird nicht vor 2015 erfolgen. Das sagte Sergio Marchionne, gemeinsamer Chef beider Konzerne, in einem Interview mit der Tageszeitung "Detroit Free Press". Auch der Börsengang der fusionierten Gesellschaft werde frühestens 2015 stattfinden. Für das gleiche Jahr kündigte Marchionne die Vorstellung seines Nachfolgers an.
Für das laufende Jahr sieht der Konzernchef "große Herausforderungen" auf Chrysler zukommen. In Detroit wird in den kommenden Tagen der Dart vorgestellt. Das Kompaktmodell ist das erste Auto des Chrysler-Konzerns, das auf Fiat-Technik beruht, und zwar auf der Giulietta von Alfa Romeo (siehe Link unter diesem Artikel, "Ein Alfa für Amerika").
In der vergangenen Woche hat Fiat seinen Anteil an Chrysler erneut aufgestockt und hält nun 58,5 Prozent der Anteile. Der vor zweieinhalb Jahren noch gegen den Konkurs kämpfende Autobauer konnte im letzten Jahr bereits wieder einen Gewinn vorweisen. Marchionnes langfristiges Ziel ist es, die beiden Unternehmen zu einem transatlantischen Konzern zu verschmelzen und damit einen Gegner für Volkswagen, General Motors und Toyota zu schaffen.Erst vor drei Jahren ist allerdings der ebenfalls mit großen Hoffnungen ("Hochzeit im Himmel", "Welt-AG") begonnene Zusammenschluss zwischen Daimler und Chrysler an den unterschiedlichen Firmenphilosophien gescheitert. Ob Fiat in dieser Hinsicht mehr Glück hat, bleibt abzuwarten. Im Augenblick sieht alles gut aus und Marchionne hat allen Grund zur Hoffnung. Es sei aber daran erinnert, dass auch Daimler seinen Partner Chrysler zu Beginn der Partnerschaft mit massiver Technik- (Chrysler Crossfire auf Basis des alten SLK)und Personalunterstützung kurzfristig profitabel machte. Die damals aus Stuttgart in die USA entsandten Manager waren übrigens der heutige Mercedes-Produktionschef Wolfgang Bernhard und der heutige Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche. Die beiden werden die Bemühungen von Marchionne sicher interessiert verfolgen. (Foto: Fiat)