München. Ford hat mit seiner im kommenden Jahr auch in Europa startenden Entertainment- und Navigationslösung Sync große Ziele. Bis zum Jahr 2015 wolle Ford damit in Europa rund zwei Millionen Neufahrzeuge ausrüsten, sagte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes am Donnerstag bei der Automobilwoche-Konferenz "Das vernetzte Fahrzeug" in München.
Der Import von Sync nach Europa habe einige Zeit gedauert, räumte Mattes ein. Grund dafür sei vor allem die Sprachenvielfalt in Europa, aber auch die zersplitterte Mobilfunk- und Internetzugangslandschaft. Sync kann klassisch über Knöpfe sowie über Touchscreen und auch per Sprache gesteuert werden. Im europäischen Sync sind nun 19 Sprachen integriert. Insgesamt kennt das System dadurch mehr als 10.000 verschiedene Befehle. Selbst die Klimaanlage kann nun via Sync mit Sprachbefehlen gesteuert werden.
"Damit ist Sync in Europa die umfassendste Konnektivitäts-Lösung im Auto," sagte Mattes. Ford arbeite stetig an der Weiterentwicklung des Systems, womit der Hersteller seinen Vorsprung bei dieser Technik im Volumensegment sichern wolle. Weitere denkbare Ausbaustufen seien die Integration der Car-to-Car-Kommunikation und der Car-to-Infrastructure-Kommunikation in Sync, so Mattes. So werde derzeit im Ford-Entwicklungszentrum in Dearborn (US-Bundesstaat Michigan) an intelligenten Ampeln gearbeitet, die mit speziell ausgerüsteten Autos kommunizierten.
Durch Sync tun sich Mattes zufolge zusätzliche künftige Geschäftsfelder für Ford und auch für den Ford-Handel auf. "Das mit Sync ausgestattete Fahrzeug kommuniziert mit seinem Nutzer. Daraus kann man eine ganze Menge machen," so Mattes. So sei beispielsweise die Verknüpfung von Sync mit dem vorhandenen Diagnosesystem des Autos möglich. Daran arbeite Ford zur Zeit. Auf diese Weise könnten künftig beispielsweise Verschleißdaten oder Elektronikfehler direkt in die zuständige Werkstatt gemeldet werden.