London. Paukenschlag bei Ford: Angesichts nochmals gestiegener Milliardenverluste in Europa restrukturiert der US-Autobauer sein Europageschäft massiv um und schließt neben dem belgischen Montagewerk in Genk auch zwei Fertigungsstätten in England. Bereits 2013 wolle Ford das Fahrzeugwerk in Southampton sowie das Presswerk in Dagenham schließen, kündigte der Autobauer am Donnerstag an. Betroffen sind davon 1400 Mitarbeiter.
Durch diese tiefen Einschnitte und erheblichen Kapazitätskürzungen will Ford ab 2015 wieder schwarze Zahlen in seinem Europageschäft schreiben. 2012 aber werde der Verlust in Europa voraussichtlich mehr als 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) betragen, erklärte Ford am Donnerstag weiter. Dies wären 500 Millionen Dollar mehr als bislang schon erwartet.In einer Telefonkonferenz erklärte Finanzchef Robert L. Shanks, auch für 2013 rechne Ford mit einem ähnlich hohen Verlust in Europa in Höhe von rund 1,5 Milliarden Dollar.Mit Hilfe der Werksschließungen wolle Ford Pläne seine Kapazitäten in Europa um 18 Prozent oder rund 355.000 Fahrzeuge verringern, erklärte der Autobauer. Daraus sollten Bruttoeinsparungen von jährlich 450 bis 500 Millionen US-Dollar erzielt werden können. Netto allerdings werden zunächst die Schließungskosten erheblich zu Buche schlagen.Ford schließt auch zwei Werke in England
Ford will seine Milliarden-Verluste in den Griff bekommen und schließt deshalb bis Ende 2014 nicht nur das Montagewerk im belgischen Genk, sondern bereits im kommenden Jahr auch das Fahrzeugwerk in Southampton sowie das Presswerk in Dagenham. Betroffen seien davon 1400 Arbeitsplätze, kündigte der Autobauer am Donnerstag an. Die Verluste im Europageschäft dürften im laufenden Jahr nochmals deutlich steigen und bei rund 1,5 Milliarden Dollar liegen, so Ford.
Kein kompletter Rückzug aus Großbritannien
In Southampton fertigt der Autobauer seit 1972 den Transit. Der Transporter soll nun im kommenden Jahr nur noch im türkischen Werk Kocaeli gebaut werden, wo er bislang ebenfalls montiert wird.
In den drei Fertigungswerken beschäftigt Ford insgesamt 5700 Mitarbeiter. Insgesamt bedeuten die Schließungspläne für Ford in Europa den Abbau von 6200 Arbeitsplätzen - das sind 13 Prozent der gesamten Belegschaft von Ford Europa. Im Einzelnen entfallen dabei 4300 Stellen auf den Standort Genk, 1400 Stellen auf die beiden Werke in Großbritannien und 500 Stellen in der Verwaltung in verschiedenen europäischen Ländern.Die Schließung des Presswerkes und des dazugehörigen Werkes für Werkzeugfertigung in Dagenham bedeutet aber nicht das Ende des Standortes. Weiter in Dagenham produziert werden Motoren und Getriebe. So soll ab 2016 in Dagenham die nächste Dieselmotorengeneration mit 2,0-Litern Hubraum gebaut werden. Entwickelt wird das Aggregat derzeit im Entwicklungszentrum in Dunton in der Grafschaft Essex.Weiter investieren will Ford auch im Motorenwerk im südwalisischen Bridgend, wo aktuell Benzinmotoren gefertigt werden.
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