Detroit. Fords neuer Großaktionär Kirk Kerkorian hat einen Plan zur Rettung des Traditionskonzerns: Ford soll sich gegen gutes Geld von der Nobelmarke Volvo trennen und gleichzeitig auch noch die zuletzt unter Schwindsucht leidende US-Marke Mercury verkaufen. Damit könnte Ford seine Kernmarke stärken und zugleich auch die in den USA immer noch bekannte Premiummarke Lincoln wieder aufbauen, erklärte Jerry York, ein Vertrauter von Kerkorian, der Mutterzeitung der Automobilwoche, der "Automotive News". Branchenexperten taxieren den Wert von Volvo auf rund sieben Milliarden Dollar.
Ob Ford eine tiefgehende Allianz mit einem anderen Autobauer eingehen sollte, ließ York offen. Kerkorian hatte zuvor erfolglos versucht, eine Allianz zwischen dem ebenfalls angeschlagenen US-Autobauer GM und der Renault-Nissan-Gruppe anzustoßen.
Die höchsten Verantwortlichen von Ford und Volvo dementierten zwar jegliche Verkaufpläne., doch die US-Börse hat längst entschieden, dass es so kommen muss: sie reagierte auf entsprechende Medienberichte mit einem satten Aufschlag für die Ford-Aktie. Das Papier notierte am Montagabend bei rund 8,33 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit gut sechs Monaten.
York hatte der Zeitschrift "Automotive News" am Freitag gesagt, er gehe davon aus, dass Ford-Chef Mulally im Laufe der nächsten 18 Monate Volvo verkaufen werde. "Es gibt keinen rationalen Grund dafür, Volvo und Mercury zu behalten," hatte York gesagt. Ford hatte Volvo im Jahr 1999 erworben. Er rechne aber damit, dass Mulally die Marke Lincoln wohl eher behalten werde, sagte York weiter. Lincoln ist eine nur in Nordamerika vertriebene Premiummarke der Ford Motor Company, die allerdings nur noch ältere Kunden anspricht und ihre besten Tage längst hinter sich hat.