Köln. Ford stellt seine Produktion in Europa auf eine "single sourcing"-Strategie um, wodurch künftig in jedem Montagewerk nur noch Modellvarianten der gleichen Baureihe gebaut werden. Dies hat erhebliche Folgen für alle Standorte, die die Modelle im B- und C-Segment bauen. Den deutschen Werken in Köln und Saarlouis entgehen dadurch zukunftsträchtige Neuerscheinungen, zugleich aber gewinnen sie die alleinige Produktion der Nachfolgemodelle bei den Volumenbringern Focus und Fiesta in Westeuropa.
Der neue Minivan B-Max , der das bislang noch in Köln gebaute Modell Fusion ablöst, werde ab 2012 im rumänischen Werk Craiova gebaut, teilte Ford am Dienstag mit. Zu einem späteren Zeitpunkt werde dort auch ein zweites Modell im B-Segment gebaut. Im Verlauf dieses Jahres wird in Craiova außerdem die Produktion des neuen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziners beginnen. Damit sollen in Craiova etwa 50 Prozent des Gesamtvolumens dieses Motors gebaut werden, die übrigen Einheiten sollen einer früheren Vereinbarung zufolge im Kölner Motorenwerk entstehen.
Der Nachfolger des aktuellen Geländewagens Kuga werde zudem nicht mehr im deutschen Werk Saarlouis gebaut, sondern im spanischen Werk Valencia, teilte Ford of Europe mit. Dort soll auch der Nachfolger des Transporters Transit Connect entstehen. Bislang prodziert Ford in Valencia den Fiesta, den Focus und den C-Max.
In den Kölner Ford-Werken dagegen soll ab Herbst 2012 eine aufgefrischte Version des Fiesta und später auch der Nachfolger des Kleinwagens produziert werden. Im Werk Saarlouis, wo bislang neben dem Focus auch der Kuga gebaut wird, soll ab 2012 auch die elektrische Version des Focus produziert werden - wenn auch nur in kleineren Stückzahlen. Auch die nächste Generation des Focus, die ab 2015 erwartet werden kann, soll wieder in Saarlouis entstehen. Mit diesen Entscheidungen werden die beiden volumenstärksten Modelle von Ford in Westeuropa künftig allein in Deutschland gebaut.
Ziel der europaweiten Maßnahmen sei die Steigerung der Produktivität bei gleichzeitig hoher Flexibilität und eine "aggressive, produktgeleitete Wachstumsstrategie", erklärte Ford. "Die heute angekündigten Maßnahmen werden uns in die Lage versetzen, unsere gesamte Produktionskapazität in Europa bestmöglich zu nutzen," erklärte Ford-Europachef Stephen Odell. "Dadurch bekommen wir eine solide Basis für Wachstum in den kommenden Jahren."