Stuttgart. In der vergangenen Woche mussten eine bedenkliche Anzahl von Bonitätsbewertungen deutscher Automobilzulieferer herabgestuft werden beziehungsweise stehen auf der Beobachtungsliste. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die Korrekturen der Absatz- und Gewinnziele für 2008 und 2009 der Autohersteller im Zuge der globalen Finanzkrise, so die Analyse von Corporate finance-Automotive Suppliers (CfAS), ein Geschäftsbereich der Managementberatung Höher Consulting aus Stuttgart.
„Es gibt keinen deutschen Zulieferer im Moment, der nicht seine Planzahlen überarbeiten muss“, so Analystin Susanne Hyna von der CfAS. „Mit welcher Strategie die deutschen Supplier diesen Marktherausforderungen begegnen werden, wird wesentlich deren Bonitätsbewertungen der nächsten Monate bestimmen.“
Der CfAS-Zuliefererpool bewertet in Kooperation mit Standard & Poor´s auch unterjährig Bonitätsentwicklungen und Ausfallwahrscheinlichkeiten von Automobilzulieferern. Eine aktuelle Bonitätsbewertung ist wesentliches Entscheidungskriterium für Kreditgeber und Kunden der Automobilzulieferer. „Für 2009 erwarten wir nur noch eine durchschnittliche Umsatzrendite von 0,5 Prozent für die Zuliefererunternehmen, auch in 2010 zeichnet sich keine Besserung ab“, analysiert Hyna.
Dies wird Auswirkungen haben. In einer Branche, wo 60 Prozent der Unternehmen einen Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro ausweisen, jedoch lediglich mit einem halben Prozent am Gesamtbranchenumsatz beteiligt sind. Für erforderliche Investitionen in 2009 besteht kaum noch liquider Spielraum, so die Stuttgarter. Es sei nicht auszuschließen, dass die Insolvenzquote im Zulieferbereich das Niveau von 1995 erreicht, das höchste der vergangenen Jahre.