Osnabrück. Der ins Trudeln geratene Fahrzeugbauer und Cabrio-Spezialist soll radikal umgebaut werden. Karmann soll unabhängig davon, ob das Unternehmen noch einen Großauftrag zur Fertigung eines Autos bekommt, künftig „dachlastiger“ werden, so Karmann-Chef Peter Harbig. 2007 hatte Karmann über 170.000 Cabriodächer ausgeliefert und bis spätestens 2013 "werden wir eine Größenordnung zwischen 300.000 und 350.000 Dächern erreichen", erwartet Harbig.
Der Manager will an den Entschluss festhalten, den Fahrzeugbau "konsequent herunterzufahren", wenn bis zum 30. Juni kein konkreter Auftrag vorliegt. Derzeit sei der Auftragsfertiger noch mit verschiedenen Fahrzeugherstellern im Gespräch. Wie hoch die Chancen für den Bau eines Gesamtfahrzeugs sind, sagte der Karmann-Chef nicht. "Ich möchte nicht, dass unsere Mitarbeiter ständig durch ein Wechselbad der Gefühle gehen." Im Werk Rheine wären von einem Ende des Fahrzeugbaus 900 der 1050 Mitarbeiter betroffen. Kürzlich hatte das Unternehmen den Auftrag für das Dach des BMW Einser-Cabrio erhalten. Schon jetzt sind bei Karmann über 3000 von 5000 Mitarbeitern in Deutschland außerhalb des Fahrzeugbaus beschäftigt.