VW und Daimler haben bereits vor Jahren zugegeben, mit anderen Autobauern Absprachen zu technischen Details getroffen zu haben. Unter anderem ging es dabei um den Einsatz der Harnstofflösung AdBlue, mit der die Abgase von Dieselmotoren gereinigt werden. Weil die Kooperation der Hersteller der EU die Ermittlungen sehr erleichtert, bekommen diese im Gegenzug deutlich geringere Strafen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, ist die EU-Kommission nun verärgert über BMW, weil der Hersteller sich bisher nicht als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat. BMW selbst ist der Ansicht, man könne gar keine Unterlagen mehr zur Verfügung stellen, weil die EU-Beamten bei einer Razzia im Oktober 2017 bereits alle relevanten Dokumente mitgenommen hätten.
Die EU hat nun ein Problem: Abgesehen davon, dass die Ermittlungen schwierig sind, ist BMW offenkundig auch nicht zu einem Vergleich bereit. Dieser wäre aber nur möglich, wenn alle Beteiligten zustimmen würden. Der Autobauer selbst ist sich keiner Schuld bewusst und versichert, mit den Behörden zu kooperieren. Auf die Manager bei Daimler und VW sind BMW-Vorstände derzeit eher schlecht zu sprechen. Sollte die EU es mit Hilfe von VW und Daimler und den beschlagnahmten Unterlagen doch noch schaffen, ein Kartellvergehen nachzuweisen, könnte es für BMW teuer werden. Denn dann wäre die Münchner die Einzigen, die die volle Strafe bezahlen müssten.
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