Brüssel. Die Betrugsbehörde der EU-Kommission untersucht, ob Volkswagen EU-Mittel für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf EU-Kreise. Die Europäische Investitionsbank hat dem VW-Konzern seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten gewährt. Damit sollte unter anderen die Entwicklung umweltfreundlicher Motoren finanziert werden. VW muss noch etwa 1,8 Milliarden zurückzahlen.
Die EU-Kommission erhöht mit ihrer Ermittlung den Druck auf Volkswagen ebenso wie das EU-Parlament, das über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses aufgrund des Abgas-Skandals debattiert. Der Umweltausschuss hat die im Oktober beschlossenen Abgasrichtlinien unterdessen als zu lax abgelehnt. Damit ist nicht sicher, ob das Gesetz wie geplant im Januar verabschiedet werden kann. Die neuen Tests finden nicht mehr auf Rollenprüfständen, sondern auf der Straße statt. Aus diesem Grund hatten die EU-Staaten vereinbart, dass die bisher geltenden Abgas-Grenzwerte deutlich überschritten werden dürften.
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat einen Kredit über 250 Millionen Euro gestoppt. Mit dem Geld wollte der VW-Konzern den Bau einer Fabrik in Polen finanzieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Nach Informationen der DPA hat auch eine Umweltschutzorganisation in China das Unternehmen verklagt. Auf dem weltgrößten Automarkt spielt der Diesel jedoch nur eine Nebenrolle. Laut VW sind 1950 importierte Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen. Das Unternehmen hat bereits eine Rückruf angekündigt.