Stuttgart. Die strategische Zusammenarbeit im Automobilbereich zwischen den Zulieferern Mahle und Behr nimmt konkretere Formen an. Heinz K. Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Mahle, erklärte, dass die Due Dilligence wegen der Beteiligung beim Klimatisierungsspezialisten Behr "fast abgeschlossen ist“. Ein Beteiligungsvertrag soll vorbereitet werden. Von Seiten Mahles hält Junker einen Abschluss im kommenden Monat für möglich. Eine Zusammenarbeit des Kolbenspezialisten Mahle und von Behr soll Synergiepotenziale eröffnen und das System-Know-how beider Unternehmen im Automobilbereich stäkren.
Der Umsatz des Mahle-Konzerns ist im Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um knapp 23 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro gesunken. Zudem musste der Hersteller von Kolben und Motorkomponenten 2009 einen Verlust von 379 Millionen Euro hinnehmen. Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 22 Millionen erzielt worden.
Junker schloss einen weiteren Personalabbau nicht aus. Für einen Teil der Beschäftigten in Deutschland gilt weiterhin Kurzarbeit. Europaweit sollen 1400 Stellen, davon 800 in Deutschland, gestrichen werden. Ein Teil davon wird über Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen abgebaut. Die Schließung von Standorten sei nicht geplant. Für die Beschäftigten in Deutschland soll zudem auch im zweiten Quartal Kurzarbeit gelten.
2010 soll durch deutliche Kostenreduzierungen sowie das Anpassen der Kapazitäten die Rückkehr in die schwarzen Zahlen erreicht werden. Der Manager rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg auf 4,5 Milliarden Euro.
Im ersten Quartal hätten die Erlöse bereits 30 Prozent über dem Vorjahr gelegen, begründete der Mahle-Chef die Prognose. "Auch das zweite Quartal sieht sehr stabil aus." Vor allem die Märkte in Südamerika und Asien sind für die Stuttgarter die Hoffnungsträger. In Deutschland verlaufe das Geschäft dagegen schleppender.
Die Zahl der Beschäftigten wurde im Zuge des Sparkurses um zwölf Prozent auf rund 43.500 reduziert. 150 Millionen Euro musste Mahle in Jahr 2009 für seine Restrukturierungsmaßnahmen verbuchen. "So etwas haben wir in unserer Unternehmensgeschichte noch nicht erlebt", sagte Junker zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2009.