Fulda. Beim Entwicklungsdienstleister Edag stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Laut Vorstandschef Jörg Ohlsen wird der Umsatzanstieg im Gesamtjahr 2012 wegen einiger Projektverschiebungen der Kunden jedoch nicht die Zuwächse des ersten Halbjahres mit einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichen. 2011 hat das Unternehmen aus Fulda einen Umsatz in Höhe von 745 Millionen Euro erreicht. Etwas mehr als 90 Prozent davon wurden mit der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie erzielt. Für 2013 hält der Edag-Chef ein Plus von rund zehn Prozent für möglich.
"Durch die steigende Anzahl an Derivaten und neuen Technologien geben die Fahrzeughersteller in Summe größere Entwicklungsumfänge an externe Dienstleister, auch wenn das Budget pro Fahrzeug geringer ausfällt“, erläutert Ohlsen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf Branchenstudien, wonach die Ausgaben für Entwicklungsleistungen beim Fahrzeughersteller jährlich um etwa vier Prozent steigen, während die Gruppe der Entwicklungsdienstleister jährlich rund acht Prozent Wachstum realisieren können.Den vor rund zehn Jahren eingeschlagenen Weg der Diversifizierung ist Edag zwar weiter gegangen, allerdings hätte sich Ohlsen dabei "etwas mehr Geschwindigkeit erhofft“. Einen der Gründe dafür sieht der Manager darin, dass andere Industrien wie etwa die für Schienenfahrzeuge nicht in dem Maße Engineeringleistungen nach außen vergeben wie die Auto- und Nfz-Industrie. Eher reduziert hat das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich Luftfahrt und sich in der Vergangenheit von Teilen dieses Geschäftsbereichs getrennt.Edag weiter im Aufwind
Der Entwicklungsdienstleister Edag will auch 2013 beim Umsatz zulegen. Vorstandschef Jörg Ohlsen hält ein Plus von rund zehn Prozent für möglich.
Ausbau des asiatischen Kundenstamms
Weiter ausbauen will Ohlsen hingegen neben den erfolgreich wachsenden "Bestandskunden speziell in Deutschland“ auch den asiatischen Kundenstamm. So wurde Ende des Jahres neben den bestehenden Standorten in Schanghai, Toko und Kuala Lumpur unter anderem ein Standort in Seoul gegründet.
Gute Wachstumschancen sieht Ohlsen für Edag beim ganzheitlichen Engineering. Ein Geschäftsmodell, das weiter ausgebaut werden soll. Unter ganzheitlich summiert Ohlsen die gesamte Produktentwicklung inklusive Produktionsplanung sowie zum Teil auch den Anlagenbau speziell für Derivate. Bei Aufträgen im Bereich Gesamtfahrzeugkompetenz peilt der Edag-Chef in den kommenden Jahren Wachstumsraten von 20 Prozent an. Die Mannschaft und die entsprechenden Kompetenzen hierzu sind bereits an Bord.Laut Ohlsen hat Edag hat 2012 bei einem Fahrzeughersteller einen Auftrag für ein vernetztes Engineeringprojekt gewonnen. "Dort übernehmen wir von der Produktentwicklung bis hin zur Realisierung der Anlage auch alle Schnittstellen und deren Verantwortung. Ohlsen sieht darin ein Alleinstellungsmerkmal fürs Unternehmen. Das Schnittstellenmanagement kommt beispielsweise bei spezifischen Rohbauten wie bei Elektrofahrzeugen zum Tragen. "Das Management des Gesamtprozesses bis hin zu den Werkzeugen und Anlagen bedeutet eine Menge an Schnittstellenverantwortung“, so Ohlsen.
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