Der britische Brexit-Minister Dominic Raab ist zurückgetreten. Grund ist seinen eigenen Angaben zufolge der Entwurf für die Einigung über einen Austritt Großbritanniens aus der EU, die er nicht mittragen will. Vor allem stört er sich an den geplanten Regelungen für Nordirland sowie an der geplanten Übergangsphase, die Großbritannien nicht ohne Zustimmung der EU verlassen darf. Zuvor war schon der britische Nordirland-Staatssekretär Shailesh Vara zurückgetreten. Erst am Mittwochabend hatte das britische Kabinett den Entwurf mehrheitlich angenommen.
Sowohl Befürworter als auch Gegner des britischen EU-Austritts lehnen die getroffenen Vereinbarungen ab. Den einen geht der Austritt zu weit, den anderen nicht weit genug. Ob die britische Premierministerin Theresa May, die in harten Verhandlungen mit der EU schließlich am Dienstag einen Kompromiss erzielt hat, in der Parlamentsabstimmung am 10. Dezember eine Mehrheit für ihren Kurs bekommt, ist derzeit fraglich. Große Teile der Labour-Party stehen den Vertragsentwurf ebenso kritisch gegenüber wie Teil von Mays eigener Partei, den Tories, und der nordirischen Partei DUP, die Mays Minderheitsregierung stützt.
Auch Arbeitsministerin Esther McVey ist zurückgetreten. Der Brexit-Deal entspreche nicht dem Vortun der britischen Bürger, begründete sie ihren Schritt auf Twitter. Suella Braverman, Staatssekretärin in Raabs Brexit-Ministerium, hat ihren Posten ebenfalls zur Verfügung gestellt.
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