Stuttgart. Die Premiummarke Mercedes hat bei einem Crashtest in den USA ein schlechtes Ergebnis erzielt. Bei einem Test von insgesamt 13 Premiumfahrzeugen erreichten sowohl die Mercedes C-Klasse als auch der Audi A4 nur die Bewertung "mangelhaft“. Jetzt kritisiert der deutsche Autobauer die Testbedingungen: "Der Test entspricht nicht dem realen Unfallgeschehen, ein Zusammenstoß auf Scheinwerfer-Breite ist statistisch nach unseren Daten nicht signifikant“, sagte ein Mercedes-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir trauen dem realen Unfallgeschehen mehr als Crashtests unter Laborbedingungen.“
Bei dem neuen "Small-Overlap“-Crashtest waren die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 40 mph (64,4 km/h) nur mit dem linken Scheinwerfer frontal auf ein unnachgiebiges Hindernis gestoßen. Bei herkömmlichen Versuchen beträgt die Überlappung etwa 50 Prozent, das Auto prallt also mit der Hälfte seiner Front gegen die Wand. Da solche Unfälle häufiger vorkommen, sind auch die Strukturen in den Karosserien darauf ausgelegt. Das schlechte Abschneiden in dem neuen Crashtest bedeute nicht, dass Mercedes-Fahrzeuge unsicher seien, sagte der Sprecher.Ähnlich äußerte sich die Konkurrenz aus Ingolstadt: "Wir wollen das nicht bagatellisieren und nehmen das Ergebnis ernst", sagte ein Audi-Sprecher am Freitag. Der Test sei jedoch unrealistisch, weil es im Straßenverkehr nur selten zu solchen Unfall-Konstellationen komme. Weil das IIHS den neuen Test ab 2014 bei der Vergabe der Noten für Autos berücksichtigen will, werde man aber dennoch reagieren: "Die Erkenntnisse aus diesem neuen Test werden wir bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge berücksichtigen."Deutsche Hersteller kritisieren US-Crashtest
Nachdem mehrere Premiumfahrzeuge renommierter Hersteller bei einem neuen Crashtest in den USA schlecht abgeschnitten haben, zweifeln Mercedes und Audi die Bedeutung des Tests an. Er sei nicht realistisch gewesen, teilte der Autobauer mit.
Top-Noten für Volvo und Acura
Bei dem Test des bekannten Insurance Insitute for Highway Safety (IIHS) erzielten nur der Volvo S60 und der Acura TL die Note "gut“. Acura ist eine Premiummarke, die zu Honda gehört. Nissans Nobelmarke Infiniti erreichte mit dem Model G immerhin noch ein "akzeptabel“. Die Modelle Acura TSX, Dreier BMW, Lincoln MKZ und VW CC bekamen ein "grenzwertig“. Schlecht schnitten dagegen der Audi A4, die Lexus-Modelle IS und ES sowie die Mercedes C-Klasse ab. Bei dem A4 öffnete sich die Tür, wodurch der Fahrer zusätzlich gefährdet wurde, bei dem Mercedes wurde der Fußraum so deformiert, dass der Fuß des Dummys eingeklemmt wurde.
IIHS-Präsident Adrian Lund verteidigte den neuen Test: "Nahezu jeder Neuwagen verhält sich bei frontalen Crashtests gut, aber wir haben immer noch jährlich mehr als 10.000 Tote bei solchen Unfällen“, sagte er. Nahezu jeder vierte Frontalaufprall mit schweren Verletzten entspreche den neuen Testbedingungen.
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