Duisburg-Essen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie hängt in
entscheidendem Maße vom Zugang zu innovativer Batterietechnik ab. Nach Einschätzung von Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen haben die deutschen Autobauer die Chance dazu.
Notwendig sei nun aber der zügige Ausbau der Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Fahrzeuganwendungen in Deutschland, fordert Dudenhöffer in einer am Mittwoch vorgelegten Studie "Zukunftstaugliche Arbeitsplätze durch Batterie-Spitzentechnologie." Mit der Studie will Dudenhöffer Anstöße für den Elektromobilitätsgipfel der Bundesregierung am 3. Mai in Berlin geben. Von dem Treffen soll der Startschuss für eine "nationale Plattform für Elektromobilität" ausgehen.
In Deutschland sei es trotz starker Position der Batterieindustrie in Japan, China, Korea und USA gelungen, einen neuen Ansatz für die Lithium-Ionen-Batterieentwicklungen zu finden, erklärt der Marktforscher in der Studie. Deutschland habe die Chance, einem technologischen Abhängigkeits-Risiko mit heimischem Know-how zu begegnen. "Bei systematischer Weiterentwicklung dieser Aktivitäten hat der Industrie-Standort Deutschland die Chance, die gesamte Wertschöpfungskette einer Schlüsselindustrie der Automobilindustrie von morgen abzubilden und zu gestalten."
Nur ein fokussierter, konzentrierter Ansatz auf die Schlüsselunternehmen erlaube es dabei, gleichwertig gegenüber Asien und USA zu werden, warnt Dudenhöffer. "Viele einzelne kleine Projekte – und damit eine allzu föderative Forschungsförderung – bergen die Gefahr, dass der Forschungs-Euro nicht seinen größten Wirkungsgrad erzielt." Ohne einen fokussierten Ansatz in der Batterieproduktion und -forschung werde Deutschland und Europa nicht gegen das gebündelte Batterie-Know-how in China, Korea und Japan ankommen, so Dudenhöffer.