München. 2015 gilt in der Branche als Serienstart eines ersten 48-Volt-Teilbordnetzes. Dabei wird die 48-Volt-Spannungsebene neben der mit 12-Volt implementiert werden. Denn: „Immer mehr elektrische Hochleistungskomponenten werden in die Fahrzeuge eingebaut, so dass die Anforderungen an die elektrische Stromversorgung in Fahrzeugen steigt“, heißt es beispielsweise bei Zulieferer Bosch.
„Sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht“ werde es schwieriger, weitere Funktionen in das 12-Volt-Bordnetz zu integrieren, erklärt Rainer Bogner, Geschäftsführer Entwicklung bei Sumitomo Electric Bordnetze. Insbesondere elektrische Verdichter für Turbolader, Wankstabilisierung oder die elektrische Lenkung sieht er als Treiber einer höheren Spannungsebene, da sie kurzzeitig viel Energie benötigen. Schon einmal gab es einen Anlauf, eine höhere Spannung in der Automobilindustrie einzuführen. Der Versuch des Verbands der Automobilindustrie (VDA) im Jahr 2001 eine höhere Bordspannung von 42 Volt zu etablieren, scheiterte aber.
Zu den Vorteilen von 48 Volt zählt, dass die Spannung niedrigere Leitungsquerschnitte ermöglicht. Das führt zu einer geringeren Wärmeentwicklung und weniger Verlusten. Bei gleichem Leitungsquerschnitt kann daher viermal so viel Strom transportiert werden wie durch ein 12-Volt-Kabel. Den entscheidenden Verbrauchsvorteil erziele die 48-Volt-Technologie durch die wirkungsvolle Rekuperation und die Möglichkeit, den Verbrennungsmotor häufig abzuschalten, so Carsten Götte, Leiter Bordnetzentwicklung Continental, Division Powertrain. Das Fahrzeug kann vor Anhaltestellen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen ohne Motorbetieb ausrollen, beziehungsweise mit minimalem elektrischen Antrieb eine konstante Geschwindigkeit halten. Gefällstrecken lassen sich für die Rekuperation nutzen, um die 48-Volt-Batterie wieder aufzuladen.