Babenhausen. Zulieferer Continental entwickelt die nächste Generation der Mensch-Maschine-Schnittstellen (Human Machine Interface, HMI) im Fahrzeug. Zu ihren typischen Merkmalen gehören größere und hochwertigere Displayflächen. Sie sollen dem Fahrer helfen, die Möglichkeiten seines Fahrzeugs optimal auszuschöpfen: „Moderne Autos bieten dem Fahrer immer mehr Unterstützung“, erklärt Eelco Spoelder, Leiter des Continental Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI. „Um beispielsweise neue Assistenzfunktionen bis hin zum automatisierten Fahren bedienen zu können, muss das HMI weiter entwickelt werden. Neue Lösungen dafür zeigen wir auf der IAA 2013.“
Continental integriert nicht nur hochwertige Displays in das Kombiinstrument – ein entsprechend großes Display kann sogar das ganze Instrument darstellen. Der Ersteinsatz eines solchen Frei Programmierbaren Kombiinstruments (FPK) mit innovativen Darstellungsmöglichkeiten erfolgt 2013 in der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz. Auch beim Head-up-Display (HUD) stellt der Zulieferer die nächste Evolutionsstufe vor: Zehn Jahre nach dem ersten Serienstart eines vollfarbigen HUDs zeigt das Unternehmen ein HUD mit deutlich größerer Anzeige, das ebenfalls neue Darstellungsmöglichkeiten bietet. Derzeit untersucht Continental beispielsweise im eigenen Ergonomielabor in Babenhausen, wie sich autostereoskopische 3D-Darstellungen im Kombiinstrument sinnvoll zur Unterstützung des Fahrers nutzen lassen. Potenzial hat diese Technik auch für einen neuen Instrumententyp: Das Frei Programmierbare Kombiinstrument (FPK) besteht aus einem einzigen durchgehenden 12,3-Zoll-TFT-Display. Auf dieser großen Fläche lassen sich unterschiedlichste Anzeigeformen nahtlos kombinieren – von der konventionellen Rundanzeige bis zur grafischen Umsetzung mit räumlicher Tiefe. Wenn das HMI-Konzept es vorsieht, lässt sich ein FPK zusätzlich an unterschiedliche Bedürfnisse einzelner Fahrer anpassen. Stil, Größe und Farben der Darstellung lassen sich dabei ebenso modifizieren wie der Umfang der gezeigten Informationen.Assistenzsysteme
Conti bringt größere Displays für Fahrerinformationen
Mit einer neuen Informationsqualität und veränderten Darstellungsweisen will Zulieferer Continental den Fahrer entlasten. Das Unternehmen integriert dabei nicht nur hochwertige Displays in das Kombiinstrument.
Nahtlose Integration im Innenraum
Eines haben Displays bisher gemeinsam: Da sie flach sind, ist eine harmonische Integration schwierig. „Das wollen wir ändern“, so Spoelder, „indem wir Fertigungsverfahren entwickeln, mit denen beispielsweise Touchscreens bei gewohnter Funktionalität eine gekrümmte Oberfläche erhalten.“ In Verbindung mit neuen Werkstoffen – zum Beispiel Glas – können Designer Oberflächen von kapazitiven Touchscreens oder Touchpad-Bedienelementen so formen, dass sie sich nahtlos in die Linien des Fahrzeuginnenraums integrieren.
Auch das Head-up-Display gehört zu den Anzeigen, die laut Conti wegen der Informationsflut im Auto an Bedeutung gewinnen. Beim heute erreichten Stand mit einer Anzeige von sechs Grad Breite und zwei Grad Höhe dient das HUD vor allem als Anzeigeeinheit für Fahrzeug- und verkehrsbezogene Inhalte. „Das HUD rückt ausgewählte Daten nahe an die Blickrichtung des Fahrers, wo sie mühelos ablesbar sind“, erläutert Thorsten Alexander Kern, Produktmanager für HUDs im Geschäftsbereich Instrumentation & Driver HMI. Gezeigt werden überwiegend Ziffern, einfache Graphiken und Text. Doch die Anforderungen an künftige HUD-Generationen an Bildweite und Darstellungsqualität steigen. Dazu integriert Continental in das HUD eine Bilderzeugungseinheit auf Basis der Digital-Micromirror-Device-Technologie (DMD), wie man sie von besonders farbtreuen Beamern kennt. Im Vergleich zur heute genutzten TFT-Technik erlaubt diese Technologie höhere Vergrößerungen und somit weitere Projektionsweiten bei gleichzeitig größeren Bildern.
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