Die chinesische Rat für Elektrizität und das japanische Industriekonsortium Chademo haben sich auf einen gemeinsamen Standard für Ladestecker von Elektroautos geeinigt. Die Regierungen beider Länder unterstützen das Vorhaben. Das berichtet unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Deutschland und Amerika setzen auf den CCS-Stecker. Der neue asiatische Stecker soll 500 Kilowatt abgeben und Akkus von E-Autos innerhalb von zehn Minuten aufladen können.
Ein einheitlicher Ladestecker würde die Kosten senken und wird deshalb von allen Herstellern angestrebt. Auch die Tankfüllstutzen der Fahrzeuge sind heutzutage bei allen Autos gleich, um ihnen das Auftanken überall auf der Welt zu ermöglichen. Trotzdem gibt es seit Jahren keine Einigung in der Diskussion um einheitliche Stecker.
Tesla benutzt für seine Supercharger beispielsweise ein eigenes System. Wahrscheinlich wird sich auf lange Sicht der am meisten verkaufte Stecker als Standard durchsetzen – und hier hat China als weltweit größter E-Auto-Markt großes Gewicht.
Die EU hatte sich 2014 nach langen Diskussionen auf den "Typ-2-Stecker" geeinigt. Ob dieser sich auf lange Sicht gegen den neuen asiatischen Standard durchsetzen kann, darf aber bezweifelt werden.
Andreas Radics, geschäftsführender Partner Berylls Strategy Advisors, hält das für kein großes Problem: "Auch wenn es nicht optimal ist, die Hersteller sind es gewohnt mit verschiedenen Standards zu leben und die Kunden auch. Augenfälligstes Beispiel sind links- und rechtsgelenkte Autos, die in Europa in friedlicher Koexistenz unterwegs sind," sagt er. "Die E-Auto-Infrastruktur muss sich auf die unterschiedlichen Standards einrichten. Die Folge werden Ladesäulen sein, an denen sowohl CCS-Kunden, wie die Nutzer des asiatischen Standards bedient werden. Ein friedliches Nebeneinander der Anschlusstypen ist zu erwarten."
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