München. Nach Einschätzung von Experten werden nach den bisherigen Übernahmen großer Automobilzulieferer durch chinesische Unternehmen schnell weitere Eigentümerwechsel folgen. "Chinesische Investoren haben verstanden, dass gute Unternehmen entsprechend viel kosten und sind mittlerweile bereit, dafür zu zahlen. Außerdem haben sie ihren Übernahmeprozess erheblich professionalisiert“, sagte Dirk Kohlen, Principal bei Roland Berger. China-Fachmann Nikolaus Reinhuber von der Kanzlei Baker & McKenzie rechnet mit einem Verkaufsboom: "Zum einen, weil wir verstärkt von Eigentümern deutscher Unternehmen angesprochen werden. Zum anderen, weil wir im gleichen Maße Anfragen von strategischen Investoren und Finanzinvestoren aus China erhalten, die nach geeigneten Übernahmekandidaten in Deutschland suchen.“
Neben den immensen Barreserven Pekings in Höhe von drei Billionen Dollar sieht Reinhuber auch die Regierungsbemühungen für einen Ausbau Chinas als Technologiestandort als treibende Kraft.
Nach dem Elektronik- und Interieurspezialisten Preh, dem Anbieter von Karosseriedichtungen Saargummi, dem Leichtmetallexperten KSM Castings und dem Hersteller von Zierteilen Sellner ist der Türschlosshersteller Kiekert bereits die fünfte Übernahme im Automobilsektor durch chinesische Investoren binnen eines Jahres. (Foto: Werner Schüring)