In Großbritannien sind 2017 rund 1,67 Millionen Fahrzeuge gebaut worden. Das waren drei Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie die SMMT, die Society of Motor Manufacturers and Traders, mitteilte. Es war der erste Rückgang seit 2009. Im vergangenen Jahr war Großbritannien der einzige große Automarkt in der EU mit gesunkenen Absatzzahlen.
Als wichtigsten Grund nennt der Herstellerverband den Rückgang der Nachfrage auf dem heimischen Markt um zehn Prozent, der auf den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zurückzuführen sein dürfte. Nach wie vor gibt es keine Einigung darüber, wie es nach dem 19. März 2019 mit dem Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt aussieht – ob er weiterhin zollfrei erhalten bleibt, ob es eine Sonderregelung gibt oder ob Großbritannien dann die gleichen Zölle wie andere Länder ohne Freihandelsabkommen zahlen muss.
Im vergangenen Jahr wurden fast 80 Prozent aller in Großbritannien gebauten Autos exportiert, davon gingen fast 54 Prozent alles exportierten Autos in die EU. Diese Zahlen zeigen die Abhängigkeit der britischen Autoindustrie von einem reibungslosen Warenverkehr mit der EU. Sollte es dabei ab März 2019 zu Problemen kommen, würde die Branche in ernste Schwierigkeiten geraten. Nach den USA ist Deutschland der zweitgrößte Auslandsmarkt für britische Autos, im Gegenzug sind auch deutsche Autos unter britischen Kunden beliebter als solche aus anderen Ländern.