Tokio. Die BMW Group und die Toyota Motor Corporation haben eine "mittel- bis langfristige Zusammenarbeit" im Bereich umweltfreundlicher Technologien der nächsten Generation vereinbart. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Donnerstag (1.12.) in Tokio unterzeichnet. Im Rahmen des Memorandum of Understanding planen die beiden Unternehmen eine Zusammenarbeit bei der Grundlagenforschung in der Lithium-Ionen Batterietechnologie. Zudem wollen die Autohersteller weitere mögliche Projekte für eine Zusammenarbeit prüfen.
BMW und Toyota Motor Europe, die europäische Tochtergesellschaft der Toyota Motor Corporation, haben zudem die Lieferung von Dieselmotoren von BMW am Toyota vereinbart. BMW liefert ab 2014 seine 1,6 Liter und 2,0 Liter Dieselmotoren für Fahrzeuge der Marke Toyota in Europa. Mithilfe der BMW-Motoren will Toyota das Angebot und den Absatz von verbrauchsarmen Fahrzeugen mit geringen CO2-Emissionen erhöhen. "Mit diesem Schritt bündeln wir unsere Kräfte, um die Entwicklung von Umwelttechnologien und unsere Innovationsführerschaft im jeweiligen Segment voranzutreiben", sagt BMW-Chef Norbert Reithofer. Mit der Lieferung der Dieselmotoren an Toyota baue das Unternehmen wie geplant den Vertrieb von Antriebssystemen weiter aus. Toyota-Präsident Akio Toyoda ergänzte: "Um die Entwicklung der Automobilindustrie und der Gesellschaft voranzutreiben, werden beide Unternehmen ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrung – zunächst bei umweltfreundlichen Technologien – in die Kooperation einbringen, um immer bessere Fahrzeuge zu bauen."BMW und Toyota vereinbaren Motorenkooperation
Für den kleinen Autohersteller BMW ist diese Kooperation ein gelungener Schachzug, um die Kosten bei zukunftsträchtigen Entwicklungen möglichst gering zu halten. Mit der Zusammenarbeit mit Toyota baut Reithofer, der erst kürzlich zum Manager des Jahres gewählt wurde, sein neues Geschäftsfeld, den Verkauf von Motoren, weiter aus, das im Zuge der Strategie "Number one" bereits im Herbst 2007 angekündigt worden war.
Der bayerische Autobauer ist mittlerweile längst nicht mehr nur ein Anbieter von Fahrzeugen, sondern zunehmend auch von Aggregaten. Im vergangenen Jahr kündigte BMW einen Auftrag für die Lieferung von Dieselmotoren für Polizeiautos des US-Herstellers Carbon Motors an. Auch an den schwedischen Autohersteller Saab wollten die Münchner spritsparende Vierzylinder schicken, doch der kriselnde Autobauer kämpft derzeit ums Überleben. Erst im Oktober dieses Jahres wurde die langjährige Motorenkooperation mit PSA Peugeot Citroen weiter ausgebaut: Ab 2015 soll die Produktion von Hybridkomponenten zur Elektrifizierung von Modellen beider Unternehmen beginnen, bei der Entwicklung arbeiten Franzosen und Deutsche bereits zusammen. (Foto: BMW)